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Kulturdenkmale

Datenbank der Kulturdenkmale

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Bitte beachten Sie: Alle Auskünfte ohne Gewähr. Wenn Sie ein Gebäude hier nicht finden, lässt dies noch keine Rückschlüsse auf seine Eigenschaft als Kulturdenkmal zu. Bitte erkundigen Sie sich.

Knielingen

Schulhaus Knielingen
Eggensteiner Str. 1

Schulhaus, zweigeschossiger traufständiger Putzbau mit Walmdach, spätklassizistische Fassadengliederung. 1845 von Johann Ludwig Weinbrenner, Rastatt, gebaut.

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Schulhaus Knielingen
Eggensteiner Str. 3

Schulhaus von 1887. Zweigeschossiger traufständiger Putzbau mit Satteldach.

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Eggensteiner Str. 5-5a

Hofanlage mit zweigeschossigem Wohnhaus, Toreinfahrt, Scheune. Am Stall bezeichnet CFV SCHULTHEIS 1787. (Sachgesamtheit).

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Friedhof Knielingen
Eggensteiner Str. 17

Friedhof, 1842 von der Kirche hierher verlegt, mit Friedhofsmauer, historischen Grabsteinen, Soldatenfriedhof mit Gedenkstein, 1923 von Konrad Taucher. (Sachgesamtheit).

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Evangelisches Pfarrhaus Knielingen
Kirchbühlstr. 2

Evangelisches Pfarrhaus, zweigeschossiger Putzbau mit Walmdach.

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Kirchbühlstr. 5

Zweigeschossiges traufständiges Fachwerkhaus mit Torfahrt.

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Hofgut Maxau
Maxau am Rhein 24, (Flst. 38937)

Hofgut Maxau, um 1830 durch Max von Baden eingerichtet, teilweise Wiederaufbau nach Kriegszerstörung. Verwalterwohnhaus mit Gaststube, Scheunen und Knechtswohnhaus (Sachgesamtheit).

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Tulla-Denkmal und Gedenkstein
Leinpfad (neben Flst. 0-38937)

Tulla-Denkmal, 1853 von Markgraf Max von Baden zu Ehren von Johann Gottfried Tulla errichtet, der 1817 nördlich von Knielingen mit der Rheinregulierung begann

Gedenkstein für den Oberlandesgerichtsrat Dr. Max Heinsheimer, der im Rhein den Freitod wählte, bezeichnet "M.H. 4.1.1892", früher beim Rhein-Kilometer 360,9  

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Neufeldstr. 72

Zweigeschossiges Fachwerkhaus, im Erdgeschoß massive Giebelwand. Am Torpfosten bezeichnet 1806.

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Katholische Kirche Heilig-Kreuz
Reinmuthstr. 42, Heckerstr. 35, 39

Katholische Kirche Heilig-Kreuz mit Gemeindehaus und Kindergarten, Pfarrhaus, 1961 von Werner Groh und H.G. Klotz, Ausstattung von Emil Wachter (Sachgesamtheit).

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Ehemalige Zoll- und Poststation
Rheinbergstr. 2-2a

Ehemalige Zoll- und Poststation. Hofanlage mit zweigeschossigem Fachwerkwohnhaus, Scheune, ehemaligem Backhaus. Um 1700.

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Rheinbergstr. 30

Traufständiges, eingeschossiges Quereinhaus mit Scheunenteil und Schopf, 18./19. Jahrhundert.

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Evangelische Kirche Knielingen
Saarlandstr. 1a

Evangelische Kirche mit Treppenanlage, Kirchhof, Gefallenendenkmal von 1900. Kirche 1480 begonnen, 1700-02 Reparaturen durch Thomas Lefébvre, Turm- und Langhaus 1858-60 umgestaltet. (Sachgesamtheit).

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Saarlandstr. 3

Repräsentatives zweigeschossiges Fachwerkhaus mit Wetterdächern und Krüppelwalm, 18. Jahrhundert.

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Saarlandstr. 7

Hofanlage mit zweigeschossigem Fachwerkhaus, Scheune und Schopf. 18. Jahrhundert.

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Saarlandstr. 8

Repräsentative Hofanlage mit zweigeschossigem Fachwerkhaus, am Eckpfosten bezeichnet 1755. Scheune (1776), Schopf. Ehemalige Schulhausnutzung.

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Saarlandstr. 9

Gasthaus "Zur Kanne", über L-förmigem Grundriß, von der Straße über Torfahrt erschlossener Hof, Scheune. 18. Jahrhundert.

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Saarlandstr. 13

Hofanlage mit zweigeschossigem Fachwerkhaus mit Wetterdach und Krüppelwalmdach, Scheune und Schopf. 18. Jahrhundert.

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Saarlandstr. 14

Gasthaus "Schwanen", traufständiges zweigeschossiges Fachwerkhaus mit Andreaskreuzen in den Brüstungsfeldern, Erdgeschoß und Straßenfront massiv, Eckrustizierung, Profilrahmentür.

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Rathaus Knielingen
Saarlandstr. 16

Rathaus, heute Jugendzentrum. Zweigeschossiger Putzbau mit Walmdach im Rundbogenstil, 1875, Anbau nach 1898.

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Saarlandstr. 23

Wohnhaus mit rückwärtiger, zweigeschossiger Werkstatt; das Wohnhaus im Kern aus dem 18. Jahrhundert, im Obergeschoss Fachwerk, mit Schiefer verschindelt, darunter Fachwerk mit Zierrauten in den Brüstungsfeldern der Fenster, Krüppelwalmdach. Ausstattung aus dem Umbau des 19. Jahrhunderts in Zusammenhang mit der Verlegung der Treppe in einen rückwärtigen Anbau. Die Werkstatt aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts mit originalen Fenstern.

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Saarlandstr. 48

Wohnteil einer ehemaligen Hofanlage. Eingeschossiges Fachwerkhaus, quererschlossen. Ziergiebel mit profilierten Schwellen und Andreaskreuzen. Am Eckpfosten bezeichnet 1763.

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Besolt´sches Haus
Saarlandstr. 49

Besolt´sches Haus, zweigeschossiges Fachwerkhaus mit Krüppelwalm, Giebelwand teilmassiv, 18. Jahrhundert. Wappentafel bezeichnet 1541.

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Saarlandstr. 52, 56a

Wohnteil einer Hofanlage, eingeschossiges Fachwerkhaus mit Krüppelwalmdach 18. Jahrhundert. Backofen, Scheune (P*)

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Volksschule, heute Viktor-Scheffel-Schule Knielingen
Schulstr. 3 (Flst. 30805)

Volksschule, heute Viktor-Scheffel-Schule, 1912-13 von Pfeifer & Grossmann.

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Untere Str. 5

Repräsentatives zweigeschossiges Fachwerkhaus mit Wetterdächern und Krüppelwalm, bezeichnet 1723 von Zimmermann Vollmer errichtet.

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Untere Str. 35

Scheune des 18. Jahrhunderts, Bruchsteingiebelwand, sonst Fachwerk, Krüppelwalmdach; Dreizonigkeit mit eingebautem Stall, heute Werkstatt, erhalten.

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Untere Str. 36

Fachwerkhaus, zweigeschossig mit profilierten Schwellhölzern, im Erdgeschoß massive Giebelwand. Traufseitiger Anbau, um 1800.

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Saarlandstr. 43

Wohnhaus, zweigeschossig, traufständiges Torfahrthaus, in seinen Fachwerkstrukturen wohl aus dem 18. Jh., zahlreiche historische Holz- und Ausstattungsteile (Haus- und Wohnungstüren haben sich hier erhalten, wie auch der tonnengewölbte Keller, zum Anwesen gehörig sind außerdem die Pflasterung des Hofbereichs sowie die drei Ökonomiegebäude (Scheune, Remise und Stall).

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Gebäude der DEA-Scholven-GmbH, heute MIRO
Dea-Scholven-Str. 1

Verwaltungs- und Kasinogebäude sowie mehrere Funktionsbauten wie Pförtnerei, Meßwarten, Magazin-, Werkstatt-, Labor-, Feuerwache, Schalthäuser u.a.m. der DEA-Scholven-GmbH, heute MIRO, Ölraffinerie. Der Auftrag für die Bauten wurde nach einem Wettbewerb an Egon Eiermann erteilt. Sie wurden erstellt in den Jahren 1961-63, zusammen mit R. Hilgers (Sachgesamtheit).

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Militärkirche der Gerszewski-Kaserne
Egon-Eiermann-Allee 6

Bei dem genannten Objekt handelt es sich um ein Kulturdenkmal gemäß § 2 Denkmalschutzgesetz von Baden-Württemberg. An seiner Erhaltung besteht aus wissenschaftlichen und heimatgeschichtlichen Gründen ein öffentliches Interesse. Grundlage der Entscheidung ist eine Besichtigung des Objektes am 15.07.2008.

Entwurfsgeschichte und Realisierung:
Die US-Army beauftragte 1950/51 den Mannheimer Architekten Emil Serini (1899-1997) mit dem Entwurf einer „Standard Church” für die religiösen Bedürfnisse der amerikanischen Truppen und ihrer Angehörigen. Der Entwurf wurde unabhängig von einem bestimmten Bauprojekt angekauft. An der Ausführung war das Büro Serini grundsätzlich nicht beteiligt. Die Entwurfszeichnungen Serinis von 1951 sind in Kopien überliefert; die ursprünglichen Pläne und Unterlagen im Besitz des Architekten wurden bei einem Archivbrand 1962 zerstört. Die erste Kirche im Headquarter Heidelberg, Mark Twain Village, wurde parallel zur Entwurfsbildung 1951 vollendet. Sie unterscheidet sich in Größe, Kubatur und einigen Konstruktionsdetails von dem Standard-Entwurf, der für 350 Plätze konzipiert war. Die Kirchen in Karlsruhe, Mannheim und Heidelberg folgen dem Standard-Entwurf und weichen nur in wenigen gestalterischen Details davon ab. Auch in Rheinland-Pfalz wurden Kirchen diesen Typs ausgeführt.

Auswahl für die Unterschutzstellung:
Unter den in Nordbaden realisierten Kirchen wurde eine exemplarische Auswahl getroffen, die eine in hohem Maße authentische Überlieferung voraussetzt und alle Varianten des Typenentwurfs berücksichtigt: Die Kirche im Mark-Twain-Village (Römerstr. 117, Flstnr. 2518/4, Heidelberg-Rohrbach) aufgrund ihrer Sonderrolle als früheste, größte und ranghöchste Kirche im Headquarter der US-Army; die Kirche der ehem. heinlandkaserne (Sudetenstr. 93-95, Karlsruhe-Knielingen) als verkleinerte Variante ohne vollständige Unterkellerung; die Kirche in den Coleman Barracks (Viernheimer Weg, Flstnr. 34366/1, Mannheim-Sandhofen) als exakte Umsetzung des Typenentwurfs.

Beschreibung von Entwurf und Ausführung:
Bedingungen für den Entwurf der Standard Church waren: Eine typentaugliche Bauweise aus Fertigbauteilen, preisgünstige Baustoffe und ein Grundriss, der den verschiedenen Konfessionen, vorrangig Prostanten und Katholiken, ohne inhaltliche Widersprüche dienlich sein konnte. Serini entwickelte einen Saalbau mit querhausartigen Anbauten unter einem flach geneigten Satteldach und mit einem eingezogenen, halbrund geschlossenen Chor. Die Wand der Chorapsis birgt im unteren Bereich einen Chorumgang, der nach außen nicht sichtbar ist. [Im Fall der Hauptkirche im Headquarter sind das Querhaus und der Umgang ausgeschieden.]
Die Zwickelräume rechts und links der Chorapsis enthalten die Sakristeien. Die flankierenden Anbauten, die nach außen als Querhaus auftreten, dienen als Kapellen und verfügen über separate Eingänge. Man betritt die Kirche über ein hoch gelegenes, breites Portal an der Stirnseite. Von einem breiten Vorraum führen Treppen auf die darüber gelegene Empore, die durch eine Brettbalustrade zum Hauptraum abgegrenzt ist. Das Hauptschiff der Kirche wird jochweise von Querbindern aus Holz strukturiert, zwischen denen schmale Rundbogenfenster platziert sind. Der Chorbereich ist um einige Stufen angehoben. In einer rechteckigen Nische unterhalb der Empore befindet sich ein Beichtstuhl. Der ganze Bau ist unterkellert: im Untergeschoss sind Büros, Räume für die Sonntagschule, für den Kindergarten, Küche und Toiletten untergebracht.

Die Ausstattung des Kirchenraums ist für die Nutzung mehrerer Konfessionen ausgelegt. Die liturgisch definierten Elemente beschränken sich auf den Konfessionen gemeinsame
oder tolerierbare Lösungen d.h. Verzicht auf Kanzel, Kommunionsbank, Tabernakel etc. Die Prinzipalstücke sind durch mobile bzw. ephemere Konstruktionen gekennzeichnet: Drehkreuze, die auf der einen Seite das bloße Kreuz, auf der anderen Seite ein Relief der hl. Maria oder des hl. Josef zeigen; Schabracken, die geeignet sind, Darstellungen des Gekreuzigten rasch durch einen Vorhang den Blicken zu entziehen etc. Die Fenster sind stets farbig gestaltet, wobei unterschiedliche Gestaltungsniveaus zu unterscheiden sind: von schlichten hochrechteckigen Scheiben in gemischter Anordnung ohne zusätzliche Motive über christliche Symbole bis hin zur aufwendigen Umsetzung amerikanischer Militärsymbole und Garnisonwappen.

Wissenschaftliche und heimatgeschichtliche Bedeutung:
Die Standard Church von Emil Serini zählt zu den frühesten modernen Kirchenbauten nach dem II. Weltkrieg in Baden-Württemberg. Sie zeigt deutliche Einflüsse des ab 1948 von Otto Bartning entwickelten Notkirchenprogramms für das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen in Deutschland - eine frühe Realisierung dieser Typenkirche entstand 1948/49 in MannheimGartenstadt (noch ohne Turm) und war Serini aus eigener Anschauung bekannt. Gemeinsam ist ihnen die rasch und günstig zu bewerkstelligende Bauweise aus Fertigbauteilen, die raumprägende Binderkonstruktion und das Konzept einer multifunktionalen Nutzung. Im Unterschied zu Bartning, der eine Verkleidung der Umfassungswände vorsah, strich Serini die Skelettbauweise auch im Äußeren durch sichtbare Binderstreben hervor. Die offensive Modernität unterscheidet die Standard Church von dem Gros der Kirchengebäude der frühen Nachkriegszeit, die durch traditionsorientierte Gestaltungselemente eine Brücke zum Kirchenbau der Vorkriegszeit zu schlagen suchten. Formal zeichnen den Bau Feingliedrigkeit, Leichtigkeit und Dynamik aus, bewirkt durch die nach unten stark verjüngten Binderstreben, die lanzettartig schmalen Rundbogenfenster, das sehr flach geneigte, weit überstehende Satteldach und den expressionistisch anmutenden Dachreiter. Die Niederlassung von Garnisonen der US-Armee hat die Städte Heidelberg, Karlsruhe und Mannheim seit dem Ende des II. Weltkriegs in ihrer politischen und kulturgeschichtlichen Entwicklung beeinflusst. Die Streitkräfte schufen eigene „Barracks” oder übernahmen historische Kasernen der Wehrmacht. Die neuen „Chapels”, errichtet als geistige und religiöse Zentren, die den stets nur wenige Jahre stationierten Soldaten einen festen Bezugspunkt boten, gehören zu den wenigen Neubauten der US-Army. Obwohl von einem deutschen Architekten entworfen, werden ihre profan anmutende Gestalt und ihre ungewohnte Modernität mit dem amerikanischen Kulturkreis assoziiert. Dieser Eindruck wird durch die ikonographisch auszulegende Verwendung amerikanischer Militärwappen in den Farbglasfenstern der Kirchen verstärkt. Aufgrund ihrer Entstehung in der Frühzeit der Besatzung und ihrer zentralen Stellung als Gemeinschaftsbauten sind sie in besonderem Maße dazu geeignet, an die Folgen des Kalten Krieges und damit an eines der wichtigsten Kapitel der deutsch-amerikanischen Beziehungen zu erinnern.

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Rheinlandkaserne, Kasino und Stabsgebäude
Egon-Eiermann-Allee 8

Das Kasino der Rheinkaserne ist aus wissenschaftlichen sowie aus künstlerischen und heimatgeschichtlichen Gründen ein Kulturdenkmal. An ihrem Erhalt besteht insbesondere wegen ihre exemplarischen und dokumentarischen Wertes ein öffentliches Interesse gemäß § 2 DschG BW.

Das Gelände der heutigen Gerszewski-Kaserne war ursprünglich in drei Kasernen unterteilt, die ehemalige Rhein-, die Mutra- und die Pionierkaserne. Die Gebäude entsprechen der Heeresbaunorm von 1935 und stammen von 1938/39 bzw. 1942. Nach 1945 waren hier amerikanische Truppen untergebracht und vor allem in den 50er Jahren wurden Gebäude hinzugefügt, Baumaßnahmen fanden bis in jüngste Zeit (1990) statt.

Aufgrund der auch für Kasernen ausgesprochen schlichten Bauweise, die darüberhinaus in ihrer Originalsubstanz durch jüngere Veränderungen (neue Fenster, neue Dächer, neue Fußböden) reduziert wurde, kann der Komplex insgesamt nicht als Kulturdenkmal angesehen werden.

Erhaltenswert ist die das Gelände umfangende, und die außerordentlich großen Dimensionen der Anlage verdeutlichende Mauer mit ihren an den Toren durch Lampen akzentuierten Pfosten. Die Kirche stammt von 1952, Saalkirche mit seitlichen Nebenräumen und einer Apsis, die im Inneren durch einen parabelförmigen Triumphbogen gegen den Saal ausgeschieden ist. Es handelt sich um eine für die Zeit typische Binderkonstruktion mit Betonschalen. Das Gebäude ist in seinem Originalbestand (inklusive der Innenausstattung, wie z.B. die Lampen) gut überliefert und ist erhaltenswert. Ebenfalls erhaltenswert ist die Situation um den ehemaligen Exerzierplatz mit dem durch einen hölzernen Portalvorbau akzentuierten Stabsgebäude (9650) und den seitlich parallelgestellten Unterkünften (Gebäude 9647, 9649, 9651, 9654) sowie den dazu rechtwinklig gesetzten Ökonomiegebäuden (Gebäude 9645, 9641 ehem. Pferdestall). Die Wegbefestigung mit Kopfsteinpflaster ist erhalten. In dem Gebäude 9650 (Stabsgebäude) haben sich mehrere Keramikwandbilder nach einem Entwurf des Karlsruher Künstlers Gustav Heinkel (1907-1945?) erhalten: im Erdgeschoss eine Darstellung der Stadt Karlsruhe, im Hauptraum des Obergeschosses zwei Wandbilder mit Szenen aus der Nibelungensaga. Diese Wandbilder sind nach Auffassung des Landesdenkmalamtes Kulturdenkmale gem. § 2 DSchG aus künstlerischen sowie wissenschaftlichen, insbesondere kulturhistorischen Gründen. An ihrer Erhaltung besteht aufgrund ihres dokumentarischen und exemplarischen Wertes eines öffentliches Interesse. (Das Gebäude wurde 2006 abgebrochen.)

Das aufwendigste Gebäude der gesamten Anlage ist das Offizierskasino (Gebäude Nr.  9622) von 1942. Es handelt sich um einen im Grundriss H-förmigen Putzbau auf  Rustikasockel, die Seitenflügel mit Eckpilastern sind zweigeschossig, der Mitteltrakt mit drei zentralen Fenstertüren eingeschossig, der durch die Gebäudeflügel ausgebildete Hof ist um die Sockelhöhe als Terrasse angehoben, seitliche Treppen. Das Walmdach zeichnet sich durch eine außergewöhnliche Konstruktion aus, es handelt sich um ein in Fachwerk ausgebildetes Faltwerkdach. Seit dem Ersten Weltkrieg wurde in Deutschland mit Holzkonstruktionen experimentiert, v.a. im Dritten Reich wurde die Entwicklung von Holzsparmethoden gefördert. In diesem Zusammenhang ist die aus Brettern genagelte Dachkonstruktion des Offizierskasinos zu sehen, der aufgrund der wenigen erhaltenen Beispiele solcher Konstruktionsversuche Seltenheitswert zukommt. Die politische Forderung nach Verwendung heimischen und preiswerten Baumaterials (z.B. bereits gebrauchtes Schal- und Abfallholz) und einfacher Techniken wird durch die Verwendung in einem Kasernengebäude besonders anschaulich. Die Innenausstattung des Offizierskasinos hat sich in der Hauptetage mit Parkettboden und zweiflügeligen Fenstertüren sowie halbhohen Wandpaneelen erhalten, auch die Treppenaufgänge mit Geländer zeigen zeittypische Ausbildung.

Das Offizierskasino der Gerszewski-Kaserne (Geb. Nr. 9622) ist mit seiner architektonischen Formensprache ein typischer Vertreter seiner Zeit; die gegenüber den übrigen Kasernengebäuden ausgesprochen aufwendige Gestaltung verdeutlicht die herausgehobene Funktion des Gebäudes. Auch die gut erhaltene Innenausstattung zeugt von dem Repräsentationsanspruch der Offiziersränge. Eine besondere Bedeutung kommt
jedoch der Dachkonstruktion des Gebäudes zu, die eine nur kurze Zeit dauernde Experimentierphase des deutschen Ingenieurbaus wiederspiegelt und der aufgrund der wenigen überlieferten Beispiele Seltenheitswert zukommt. Das Offizierskasino ist wegen seiner militär- und technikgeschichtlichen Aussagekraft ein Kulturdenkmal gem. § 2 DSchG aus wissenschaftlichen Gründen. An dem Erhalt des Gebäudes besteht wegen seine exemplarischen und dokumentarischen Wertes sowie wegen der Seltenheit der Dachkonstruktion ein öffentliches Interesse.

Literatur:
Karlsruher Majolika. Die Großherzogliche Majolika-Manufaktur 1901-1927. Die Staatliche Majolika-Manufaktur 1927-1978. Ausstellungskatalog des Badischen Landesmuseums (Karlsruhe 1979) Werner Durth u. Winfried Nerdinger: Architektur und Städtebau der 30er/40er Jahre. Schriftenreihe des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz 46, 1993 Winfried Nerdinger (Hrsg.): Bauen im Nationalsozialismus. Bayern 1933-1945 (München 1993) Robert von Halász u. Claus Scheer (Hrsg.): Holzbau-Taschenbuch 1 (Berlin 1996)

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Tankstelle
Saarlandstr. 195

Tankstelle, eingeschossiger Massivbau mit weit vorkragendem Regenschutz über den Zapfsäulen, gestützt durch eine mittige Säule, drei zugehörige Garagendurchfahrten einer Reparaturwerkstatt, 1950 nach Plänen von Dr.-Ing. Hellmut Wechler aus Karlsruhe für den Bauherrn Waldemar Becker.

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