Karlsruher Stadtchronik

 

Ereignisse der Dekade

 
27. Januar 1990
Das Staatliche Gesundheitsamt führt die letzte öffentliche Polio-Schluckimpfung durch.
13. Februar 1990
Nach siebeneinhalb Jahren Bauzeit wird die Staatliche Kunsthalle in der nun nach Plänen von Prof. Heinz Mohl vollendeten vierflügeligen Gestalt feierlich eingeweiht.
24. Februar 1990
Mit 22° Celsius wird die höchste Februartemperatur seit Beginn der Aufzeichnungen der Karlsruher Wetterstation im Jahre 1876 gemessen.
27. Februar 1990
Ein Sturm mit Orkanböen richtet starke Wald- und Baumschäden an und fegt Ziegel von den Dächern. Der Fastnachtsumzug muss aus Sicherheitsgründen kurz vor dem Start abgesagt werden.
31. März 1990
Als erste der größeren Ausstellungen zum Stadtjubiläum eröffnet die Staatliche Kunsthalle ihre Präsentation "Kunst in der Residenz - Karlsruhe zwischen Rokoko und Moderne". Es folgen am 5. April im Prinz-Max-Palais "Alltag in Karlsruhe - Vom Lebenswandel einer Stadt durch drei Jahrhunderte" und am 15. Juni im Badischen Landesmuseum im Schloss "Klar und lichtvoll wie eine Regel - Planstädte der Neuzeit".
17. April 1990
Bei der Übung eines Luftkampfes über der Stadt kollidieren kurz vor 16.00 Uhr zwei kanadische Düsenjäger und stürzen ab. Einer der Piloten stirbt, es gibt drei Verletzte und Sachschäden in Millionenhöhe. Über 60 größere Einschlagstellen von Wrackteilen werden im Stadtgebiet gezählt.
2. Mai 1990
An die Spitze des Karlsruher Polizeipräsidiums tritt mit Hildegard Gerecke erstmals eine Frau.
21. Mai 1990
Beginn der Abbrucharbeiten am Gaskessel im Osten der Stadt.
10. Juni 1990
Das Landesfamilienfest im Kongresszentrum, am Festplatz und im Stadtgarten lockt 80.000 Besucher an.
15. - 17. Juni 1990
Etwa 300.000 Besucher feiern zwischen Schloss und Ettlinger Tor den "Karlsruher Geburtstag", das 275-jährige Gründungsdatum der Stadt am 17. Juni 1715.
23. Juni 1990
Eröffnung der Ausstellung "Paul Klee - Wachstum regt sich" im Prinz-Max-Palais, zu der etwa 45.000 Besucher kommen.
10. Juli 1990
Der Gemeinderat beschließt mit großer Mehrheit die Abschaffung der unechten Teilortswahl und die Reduzierung der Sitze im Gemeinderat auf 48 bei der nächsten Wahl im Jahre 1994.
7. September 1990
Nach nur rund neunmonatiger Bauzeit wird die neue, größere Gartenhalle eingeweiht. Bei der Planung durch die Architekten Hildegund und Peter Blankenburg musste der denkmalgeschützte Schornstein des ehemaligen Heizkraftwerks erhalten bleiben. Im Karlsruher Kongresszentrum stehen mit ihr nun in vier unterteilbaren Hallen 20.000 qm Fläche zur Verfügung. Damit soll der Abwanderung bedeutender Fachausstellungen aus Karlsruhe begegnet werden.
28. September 1990
Rechtzeitig zum "Deutschen Archivtag und Tag der Landesgeschichte" in Karlsruhe vom 1. - 4. Oktober wird das Stadtarchiv in seinen neuen Räumen in der ehemaligen Pfandleihe (Markgrafenstraße) eröffnet.
3. Oktober 1990
Zum Tag der deutschen Einheit, die dank der Politik des sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow und der friedlichen Revolution vom November 1989 in der DDR erreicht werden konnte, spricht auf dem Marktplatz der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichts Prof. Dr. Ernst Benda zu etwa tausend Menschen. In der Nacht kommt es am Marktplatz zu Krawallen.
8. Oktober 1990
Der Abriss des von der Stadt erworbenen Amtsgefängnisses in Durlach beginnt. Proteste von Durlacher Bürgern dagegen blieben erfolglos.
10. Oktober 1990
Im Pfinzgaumuseum in Durlach wird das Stadtmodell vorgestellt, das Durlach um das Jahr 1800 zeigt.
Dezember 1990
Die seit elf Jahren bestehende Zentrale Anlaufstelle für Asylbewerber (Zast) zieht von der Wolfartsweierer Straße in ihre neuen Gebäude an der Durlacher Allee um. Wegen der großen Zahl der Asylbewerber bleiben jedoch die alten Gebäude in der bisherigen Nutzung.
2. Dezember 1990
Bei den ersten gesamtdeutschen Wahlen gewinnt die CDU die meisten Stimmen und behält das Direktmandat.
18. Dezember 1990
Der Gemeinderat beschließt mit 38 gegen 31 Stimmen den Plan zur Ausrichtung der Bundesgartenschau im Jahre 2001. Damit sollen vor allem im Osten der Stadt zahlreiche städtebauliche, verkehrs- und grünplanerische Aufgaben gelöst werden. Von den Gegnern des Vorhabens wird betont, gegenwärtig sei dem Wohnungsbau - in der Stadt fehlen sofort 4.000 Wohnungen - Vorrang einzuräumen.
 
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