Karlsruher Stadtchronik
Ereignisse der Dekade
- 12. Februar 1946
- Wiedereröffnung der Technischen Hochschule mit dem offiziellen Beginn des Lehrbetriebs. Am 15. März findet im Konzerthaus aus diesem Anlass eine Feier statt.
- 1. März 1946
- Die von der amerikanischen Besatzungsmacht lizensierten "Badischen Neueste Nachrichten" (BNN) erscheinen als erste Zeitung nach Kriegsende.
- 1. April 1946
- Die "Hochschule für Musik und Badisches Konservatorium" sowie das Staatstechnikum nehmen ihren Lehrbetrieb wieder auf.
- 1. April 1946
Herabsetzung der Lebensmittelrationen in der amerikanischen Zone von 1.550 Kalorien auf 1.275. Am 27. Mai werden die Brotrationen gekürzt.
- 16. April 1946
- Im Konzerthaus werden die Mitwirkenden in den nordbadischen Spruchkammern für die Entnazifizierungsverfahren vereidigt. Im Stadtkreis Karlsruhe werden die Fälle von etwa 50.000 Mitläufern, 300 Minderbelasteten, 140 Belasteten und 30 Hauptschuldigen verhandelt.
- 1. Mai 1946
- Der 1. Mai ist wieder ein Feiertag der freien Gewerkschaftsbewegung.
- 11. Mai 1946
- Oberbürgermeister Hermann Veit ruft alle arbeitsfähigen Männer zum freiwilligen Ehrendienst bei der Trümmerräumung auf. Am 11. Juli fährt der erste Schutträumzug zum Ölbecken.
- 15. Mai 1946
- Das Rheinstrandbad Rappenwört wird wiedereröffnet, zunächst ohne Straßenbahnverbindung.
- 26. Mai 1946
- Bei den ersten Stadtratswahlen wird die CDU stärkste Partei.
- Juni 1946
- Aus der Gruft der zerstörten Evangelischen Stadtkirche werden die dort bestatteten Angehörigen des badischen Fürstenhauses in das Mausoleum im Fasanengarten überführt.
- 21. Juni 1946
- Der neue Stadtrat wählt den von der Besatzungsmacht im August 1945 bereits ernannten Sozialdemokraten Dr. Hermann Veit zum Oberbürgermeister, Bürgermeister werden der Christdemokrat Fridolin Heurich und der Kommunist Berthold Riedinger, der am 2. März 1948 nicht wiedergewählt wird.
- 30. Juni 1946
- Bei den Wahlen zur Verfassunggebenden Versammlung von Württemberg-Baden schneidet die SPD als stärkste Partei ab.
- Juni/November 1946
- Die traditionelle Frühjahrs- und Herbstmesse findet wieder statt.
- 18. Juli 1946
- Aufruf der Stadtverwaltung an die Bevölkerung, im Kampf gegen Schwarz- und Schleichhandel mitzuwirken.
- 15. September 1946
- Die Stadtverwaltung veröffentlicht eine Denkschrift zum Wiederaufbau und zur Neuplanung der Stadt. Danach sollen die historischen Gebäude zwischen Schloss und Ettlinger Tor wiedererrichtet werden.
- 15. September 1946
- Gedenkfeier für die "Opfer des Faschismus" im Konzerthaus. Dieses Gedenken wird bis in die 1950er Jahre fortgeführt und dann mit dem Volkstrauertag verbunden.
- 30. September 1946
- Die ersten Care-Pakete mit Lebensmitteln aus den USA werden verteilt.
- 1. Oktober 1946
- Die ehemals Leipziger Arzneimittelfabrik Dr. Willmar Schwabe nimmt in Gebäuden der Gritzner-Kayser AG im Stadtteil Durlach ihre Produktion auf. In der Gottesauer Artilleriekaserne wird ein Flüchtlingeslager eingerichtet.
- 5. - 13. Oktober 1946
- Anton-Bruckner-Festwoche zum 50. Todestag des Komponisten.
- 17. Oktober 1946
- Gründung einer überparteilichen, überkonfessionellen Frauengruppe in der Oberpostdirektion am Ettlinger Tor.
- 24. November 1946
- Landtagswahl und Volksabstimmung über die Verfassung des Landes Württemberg-Baden. Die SPD erhält die meisten Stimmen.
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