Karlsruher Stadtchronik

 

Ereignisse der Dekade

 
1940
Die Jahreschronik im Karlsruher Adressbuch verzeichnet 30 verschiedene Straßen-, Haus- und sonstige Sammlungen.
Januar 1940
In den Karlsruher Straßenbahnen sind die ersten Schaffnerinnen im Einsatz.
6. Januar 1940
In Durlach findet die erste Karlsruher Ferntrauung zwischen einem Frontsoldaten und seiner Braut in der Heimat statt.
8. Januar 1940
Schulen und Technische Hochschule nehmen ihren bei Kriegsbeginn unterbrochenen Betrieb wieder auf.
11. Januar 1940
Im ersten Urteil des Karlsruher Sondergerichts wegen Abhörens ausländischer Sender erhält Otto Beck eine zweijährige Zuchthausstrafe.
11. Februar 1940
Die traditionsreiche Karlsruher Museumsgesellschaft löst sich auf. Die Bibliothek wird der Landesbibliothek übergeben.
4. März 1940
Otto Matzerath wird als Nachfolger von Josef Keilberth Generalmusikdirektor.
5. März 1940
Verteilung von Vitamintabletten für Schulkinder, da Frischgemüse knapp ist.
7. März 1940
Beginn der Ausgabe von Volksgasmasken für die gesamte Karlsruher Bevölkerung.
1. April 1940
Die beiden Gewandfiguren des Rathauses, "Badenia" und "Fidelitas", je 33 Zentner Bronze, werden für die nationale Metallspende eingeschmolzen. Seit dem 26. März sind Sammelstellen in der Stadt eingerichtet.
5. Mai 1940
Eröffnung der ersten Maifestspiele des Badischen Staatstheaters.
16. Mai 1940
Etwa 200 Sinti und Roma, Bürgerinnen und Bürger der Stadt, werden in einer reichsweiten Aktion zunächst auf den Hohenasperg und dann in die Ghettos, Arbeits- und Konzentrationslager in Polen deportiert. Dort kommen die meisten von ihnen ums Leben oder werden umgebracht.
14. Juni 1940
Die "Karlsruher Monatsschau" würdigt das 225-jährige Stadtjubiläum.
25. Juni 1940
Der Waffenstillstandsvertrag mit Frankreich wird mit zehntägiger Beflaggung und siebentägigem Glockengeläut am Mittag gefeiert.
30. Juli 1940
Erste Bombenabwürfe auf Karlsruher Gemarkung verursachen keinen Personen- oder Sachschaden. Weitere Angriffe im Jahre 1940 treffen hauptsächlich die Randbezirke.
1. September 1940
Im Schaukasten der Geschäftsstelle des Führerverlages (Kaiserstr. 131) wird das in Paris erbeutete Gemälde ausgestellt, das den Luftangriff auf Karlsruhe vom 22. Juni 1916 darstellt. Damit soll die Feindpropaganda geschürt werden.
3. Oktober 1940
Der antisemitische Hetzfilm "Jud Süß" startet im Capitol.
22. Oktober 1940
905 Karlsruher Juden werden wie alle badischen und pfälzischen Juden in das Lager Gurs am Fuße der Pyrenäen deportiert. Viele sterben in Gurs, andere in den Konzentrationslagern im Osten, wohin sie weitertransportiert werden. Nur wenige überleben den Völkermord des nationalsozialistischen Deutschland an den Juden.
 
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