Karlsruher Stadtchronik

 

Ereignisse der Dekade

 
1939
Beginn des Baus von Luftschutzbunkern in den Außenbezirken. In der Innenstadt gibt es lediglich Hausschutzräume.
1939
Das Badenwerk kauft den großen Garten der alteingesessenen Karlsruher Familie Klose vor dem Ettlinger Tor.
15. Januar 1939
Abbruch der Synagoge in der Kronenstraße. Ein nahes Benzinlager hatte in der Die noch weitgehend intakte Synagoge in der Kronenstraße wird auf Kosten der jüdischen Gemeinde auf Anordnung der Stadtverwaltung abgebrochen.
 
5. März 1939
Wie schon in den Jahren zuvor verlangen am Film-Volkstag die Kinos nur 10 Pfg. Eintritt. In diesem Jahr kommen u. a. folgende Filme in die Kinos: "Ninotschka" (Greta Garbo), "Vom Winde verweht" (Vivian Leigh, Clark Gable), "Robert Koch" (Emil Jannings, Werner Kraus), "Bel ami" (Willi Forst), "Effie Briest" (Marianne Hoppe).
25. März 1939
Gauleiter Robert Wagner sieht sich wegen der Wohnungsnot (es fehlen über 1.500 Wohnungen) veranlasst, die Freimachung von Dachstühlen anzuregen. Die Neubautätigkeit in der Stadt liegt 1939 unter dem Reichsdurchschnitt.
2. April 1939
Gründung eines städtischen Singchores unter Leitung von Fritz Kölble. Er soll das kulturelle Leben der Stadt beleben und gibt am 8. Mai 1940 sein erstes Konzert.
7. Mai 1939
Einweihung der Freiherr-von-Forstner-Kaserne im Hardtwald.
17. Mai 1939
Anlässlich einer Westwallbesichtigung kommt Adolf Hitler nach Karlsruhe, wo er im Hotel Germania am Ettlinger Tor mit dem Oberbefehlshaber des Heeres Walter von Brauchitsch zusammentrifft. Er übernachtet in seinem Sonderzug bei Eggenstein.
18. Mai 1939
Gastspiel Heinrich Georges mit dem "Ur-Götz" von Johann Wolfgang von Goethe.
2. Juli - 23. August 1939
Die Kunsthalle eröffnet nach fünfjähriger Schließung mit einer Ausstellung zum 100. Geburtstag Hans Thomas, zu der über 34.000 Besucher kommen. Der neugestaltete Feuerbach-Saal ist wieder zugänglich.
18. Juli 1939
Probealarm mit den Großalarmsirenen im gesamten Stadtgebiet.
27. August 1939
Das Ernährungs- und Wirtschaftsamt, das am 16. März 1940 im Markgräflichen Palais am Rondellplatz einzieht, ordnet die Verteilung der schon längere Zeit vorbereiteten Karten zum Bezug von Lebensmitteln an.
31. August 1939
Die Pläne zur Umsiedlung des Stadtgartens (Fasanengarten oder Turmberggegend) sind soweit gediehen, dass die ersten Tiere abtransportiert werden. Die Ettlinger Straße soll für Truppenparaden ausgebaut, das Sallenwäldchen mit monumentalen NS-Bauten zugestellt werden. Am 14. Juli 1941 stoppt Oberbürgermeister Dr. Oskar Hüssy die weiteren Planungen wegen der Kriegsverhältnisse.
1. September 1939
Seit Ausbruch des Krieges beginnt die Evakuierung von etwa 90.000 der 190.000 Karlsruher Einwohner (ältere Frauen, Kinder, Kranke, Gebrechliche) aus der Stadt, die wegen der Grenznähe direkt durch das Kriegsgeschehen bedroht scheint. Bis Weihnachten 1939 können die Evakuierten zurückkehren.
15. Dezember 1939
Einführung der Reichskleiderkarte wie im ganzen Reich.
 
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