Karlsruher Stadtchronik

 

Ereignisse der Dekade

 
1938
Die Stadt erwirbt für 710.000 Mark das Markgräfliche Palais am Rondellplatz.
17. Januar 1938
Die neue Rheinbrücke, im Vordergrund die alte Schiffsbrücke. <br />StadtAK 8/Alben 5, S. 165Freigabe der neuen Brücke über den Rhein bei Maxau für den Straßenverkehr. Ab 3. April fährt auch die Eisenbahn über die neue Brücke. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, am 20. März 1945, wird sie von deutschen Pionieren gesprengt.
 
21. März 1938
Eröffnung des Arbeitsamts in dem Neubau an der Kapellenstraße.
28. März 1938
Der Befehl Adolf Hitlers zum Bau des Westwalls bedeutet den Bau von etwa 50 Bunkern auf Karlsruher Gemarkung.
April 1938
Eingemeindung von Durlach und Hagsfeld.
August 1938
Dr. Oskar Hüssy wird Nachfolger des aus Altersgründen ausscheidenden Oberbürgermeisters Adolf Friedrich Jäger.
5. August 1938
Die neue Rheinkaserne in Knielingen wird von Pionieren bezogen.
6. August 1938
In die neue Mackensen-Kaserne nördlich des Hauptfriedhofs zieht eine Panzerabwehr-Abteilung ein.
4. September 1938
Die Firma Friedrich Hoelscher KG übernimmt das Warenhaus der jüdischen Geschwister Knopf. Dies ist nur eines von vielen Beispielen der "Arisierung" jüdischer Firmen, die nach dem 10. November 1938 verstärkt fortgeführt wird. Am 24. August 1953 erwirbt die Karstadt AG das Kaufhaus.
Oktober 1938
Die Zahl der Arbeitslosen, die im Winter 1932/33 etwa 15.000 betragen hat, sinkt erstmals wieder unter 1.000. Arbeitsbeschaffungsprogramme, die vor 1933 schon geplant waren, Autobahn- und Westwallbau, Wehrdienst und sicher auch die Umstellung auf kriegswichtige Produktion tragen dazu bei.
28. Oktober 1938
Im Rahmen der reichsweiten sogenannten Polenaktion muessen laut einer im Archiv des Internationalen Suchdienstes in Arolsen ueberlieferten Liste 61 in Karlsruhe lebende Juden polnischer Staatsangehoerigkeit die Stadt sofort verlassen.
30. Oktober 1938
Eröffnung der neu geschaffenen Kammerspiele im Künstlerhaus Ecke Karl-/Sophienstraße.
1. November 1938
Der erste Volkswagen wurde auf dem Marktplatz von Schaulustigen umlagert. <br />StadtAK 8/Alben 5, S. 180Ein Prototyp des KdF-Wagens, aus dem später der Volkswagen wird, ist - wie überall im Lande um diese Zeit - auf dem Marktplatz ausgestellt.
 
9./10. November 1938
In der von den Nationalsozialisten so genannten "Reichskristallnacht" werden von Nationalsozialisten die beiden Karlsruher Synagogen in Brand gesteckt, zahlreiche jüdische Geschäfte zerstört und auch Wohnungen verwüstet.
10. November 1938
Durch eine vielhundertköpfige, johlende Menschenmenge werden viele Juden über den Marktplatz in das Polizeipräsidium getrieben und in zahlreichen Fällen dabei misshandelt. In der folgenden Nacht werden etwa 400 - 500 Juden in das Konzentrationslager Dachau verschleppt.
11. November 1938
Einweihung der nach Plänen von Prof. Hermann Billing erbauten Reichspostdirektion am Ettlinger Tor.
29. November 1938
Die Karlsruher Musikhochschule wird staatliche Institution unter Leitung von Franz Philipp.
1. Dezember 1938
In einer Ratssitzung wird mitgeteilt, dass etwa 1.000 Kleinwohnungen fehlen. Der Wohnungsbau hat - entgegen der nationalsozialistischen Propaganda - die Durchschnittszahlen aus der Zeit der Weimarer Republik nicht erreicht.
8. Dezember 1938
Erste Karlsruher Weihnachtsbeleuchtung. Blick vom Mühlburger Tor in die Kaiserstraße. StadtAK 8/Alben 5, S. 188bErste Weihnachtsbeleuchtung in der Kaiserstraße.
 
 
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