Karlsruher Stadtchronik

 

Ereignisse der Dekade

 
1934
Das Badische Landesdenkmalamt wird in Karlsruhe eingerichtet.
1934
Fertigstellung des Südbeckens (heute Becken IV) des Rheinhafens.
1934
Die Kunsthalle wird für fünf Jahre teils aus renovatorischen, teils aus strategischen Gründen geschlossen. Sie wird so dem Kreuzfeuer der Kritik an ihrer widersprüchlichen Kunstpolitik entzogen.
23. Januar 1934
Letzte Sitzung des Bürgerausschusses, vor dem Gesetz vom 6. März 1934 über dessen Aufhebung.
1. Februar 1934
Die Stadt Karlsruhe tritt der NS-Gemeinschaft "Kraft durch Freude" (KdF) als erste badische Gemeinde als förderndes Mitglied bei.
8. Februar 1934
In Karlsruher Schulen werden 30 Schulfahnen geweiht.
13. Februar 1934
Nach langer Pause zieht wieder ein großer Fastnachtsumzug durch die Stadt.
17. März 1934
In einem Lagebericht des Geheimen Staatspolizeiamtes Karlsruhe wird festgestellt, im letzten Halbjahr 1933 seien in Karlsruhe 36 Verteiler einer illegalen KPD-Zeitung und KPD-Organisatoren verhaftet worden.
28./29. März 1934
Im Konzentrationslager Kislau wird in der Nacht der Karlsruher SPD-Reichstagsabgeordnete Ludwig Marum von Nationalsozialisten ermordet.
28. April 1934
Feierliche Eröffnung der Akademie für zahnärztliche Fortbildung im Rathaus. Sie entsteht aus dem seit 1920 bestehenden Lehrinstitut für Dentisten.
27. Mai 1934
Ein Sonderzug der Organisation "Kraft durch Freude" bringt 500 Karlsruher Urlauber nach Oberbayern.
11. Juni 1934
Friedrich Weick, SPD-Stadtverordneter in Karlsruhe 1933, wird vom Sondergericht Mannheim zu zwei Jahren und acht Monaten Zuchthaus verurteilt, weil er den Vertrieb von aus dem Elsass eingeschmuggelten Zeitungen organisiert hat. Er verliert kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges in einem Strafbataillon auf Kreta unter ungeklärten Umständen das Leben.
14. Juli 1934
Freigabe des verbreiterten Stichkanals des Rheinhafens.
19. August 1934
Die Volksabstimmung über die Vereinigung der Ämter des Reichspräsidenten und des Reichskanzlers in der Person Adolf Hitlers wird auch in Karlsruhe "zu einem überwältigenden Bekenntnis zum Führer".
22. September 1934
Einweihung des Schlageter-Denkmals. Das Denkmal im Beiertheimer Wäldchen wird 1945 auf Anweisung der Besatzungsmacht beseitigt.
Oktober 1934
Verhaftung einer Gruppe von Karlsruher SPD-Widerstandskämpfern.
Oktober 1934
Einweihung des "Bannheims" der Karlsruher Hitler-Jugend "Fritz-Körber-Heim" in der Kriegsstraße 57. Die Hitler-Jugend existiert in Karlsruhe seit 1929.
17. Oktober 1934
Der Karlsruher Hausfrauenbund wird in die NS-Frauenschaft eingegliedert.
21. Oktober 1934
Die alte Markthalle am Platz des früheren Hauptbahnhofs. StadtAK 8/PBS oXIVa 1554Einweihung der neuen Markthalle (dreischiffige Stahlbetonkonstruktion) am Platz des alten Hauptbahnhofs an der Kriegsstraße. Erster Markttag ist der 25. Oktober. Die Markthalle wird 1970 für den Neubau des Staatstheaters abgerissen.
 
20. Dezember 1934
Gustav Kappler, Stadtverordneter der KPD von 1929 - 1933, wird vom Oberlandesgericht Kalsruhe wegen "illegaler" Widerstandstätigkeit für die KPD zu drei Jahren Gefängnis verurteilt.
 
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