Karlsruher Stadtchronik
Ereignisse der Dekade
- 14. Januar 1923
- Die Stadtverwaltung veranstaltet in der Festhalle eine Protestkundgebung gegen die Besetzung des Ruhrgebiets durch die Franzosen.
- 23. Januar - 28. März 1923
- Der Oberbürgermeister Dr. Julius Finter muss für bestimmte Tageszeiten eine Gassperre anordnen.
- 3. März 1923
- Französische Truppen (80 Mann) besetzen den Rheinhafen. Sofort verhängte Ausfuhrverbote für Kohle, Maschinen und Metallwaren und die Kontrolle aller anderen Güter sowie die Beschlagnahme von Holz, Eisen, Stahl usw. bringen den Hafenverkehr für längere Zeit zum Stillstand. Im Jahr 1923 beträgt der Gesamtumschlag 44,5 Tonnen weniger als im Jahr der Eröffnung des Rheinhafens.
- 26. April 1923
- Zu Beginn einer Stadtratssitzung würdigt Oberbürgermeister Dr. Julius Finter die Verdienste der am 23. April im Alter von 84 Jahren verstorbenen früheren Großherzogin Luise von Baden.
- 5. Mai - 9. Oktober 1923
- "Große Deutsche Kunstausstellung Karlsruhe 1923" in der städtischen Ausstellungshalle am Festplatz, deren 1915 unvollendeter Innenausbau dazu fertig gestellt wird. Die Stadt erwirbt 10 Gemälde, 2 Plastiken und 15 Graphiken.
- 8. September 1923
- Ausgabe der letzten Lebensmittelkarten mit Datum bis 1. Januar 1924. Danach wird das Nahrungsmittelamt aufgelöst.
- 1. November 1923
- Die Stadt Karlsruhe gibt die letzten Scheine Notgeld aus. Es sind 307.500 Scheine zu je 100 Milliarden Mark. Am 15. November wird die Rentenmark offiziell als neues Zahlungsmittel eingeführt.
- Dezember 1923
- Die Zahl der Erwerbslosen steigt auf über 5.000.
- 27. Dezember 1923
- Im Hildahaus in der Scheffelstraße wird die "Schweizer Suppenküche" eröffnet. 500 Personen werden mittags und abens auf Kosten eines in der Schweiz gegründeten Hilfswerks zugunsten der notleidenden Karlsruher Bevölkerung verpflegt.
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