Karlsruher Stadtchronik

 

Ereignisse der Dekade

 
28. Februar 1918
Das Gebäude der Museumsgesellschaft an der Ecke Kaiser-/Ritterstraße brennt nieder.
1. - 10. Juni 1918
Der Hausfrauenbund veranstaltet im Orangeriegebäude eine Ausstellung zum Thema "Durchhalten".
21. September 1918
Die Stadt erlebt den zehnten und letzten Fliegerangriff dieses Jahres.
Oktober - Dezember 1918
Eine Grippeepidemie fordert 349 Todesopfer.
17. Oktober 1918
Um dem Mangel an Zahlungsmitteln zu begegnen, gibt die Stadt Notgeld aus. Sie lässt Fünf- und Zwanzigmarkscheine im Gesamtwert von fünf Millionen Mark drucken.
9. November 1918
Aufruf des Karlsruher Arbeiter- und Soldatenrats an die Karlsruher Bevölkerung, November 1918. StadtAK 8/PBS X 1130Oberbürgermeister Karl Siegrist ruft zur Gründung eines Wohlfahrtsausschusses, der Recht und Ordnung in der Stadt aufrechterhalten soll, die Parteiführer für 18.00 Uhr ins Rathaus. Vorsitzender des Ausschusses wird Stadtrat Heinrich Sauer von der SPD. Auf dem Bahnhofsvorplatz hat sich eine große Menschenmenge versammelt. Es werden revolutionäre Reden gehalten. Stadtrat Sauer schlägt die Bildung eines Soldatenrats im Rathaus vor. Dieser überreicht dem Wohlfahrtsausschuss um 21.00 Uhr seine Forderungen. Vorsitzender des Soldatenrats wird der Metallarbeiter Hans Brümmer.
 
10. November 1918
Wohlfahrtsausschuss und Soldatenrat beschließen die Bildung einer vorläufigen Regierung Badens und übergeben dem bisherigen Staatsminister Johann Heinrich von und zu Bodman eine Ministerliste. Kurz nach 16.00 Uhr wird vom Rathausbalkon die neue Regierung bekanntgegeben, die anschließend ihre erste Sitzung im Rathaus abhält.
11. November 1918
Der Obermatrose Otto Heinrich Klumpp zieht abends um zehn Uhr mit einigen Soldaten vor das Schloss. Es kommt auf dem Schlossplatz und dem Marktplatz zu Schießereien, die keine Verletzten fordern. Danach verlassen der Großherzog Friedrich II. und die Großherzogin Hilda die Stadt.
12. November 1918
Der Soldatenrat und der am 11. November gebildete Arbeiterrat bilden ein gemeinsames Gremium.
13. November 1918
Großherzog Friedrich II. verzichtet auf die Ausübung der Regierungsgewalt, und die provisorische Regierung erklärt Baden zur freien Volksrepublik. Am 22. November dankt der Großherzog endgültig ab.
17. November 1918
Die "Karlsruher Zeitung" erscheint erstmals in neuer Aufmachung als "Badischer Staatsanzeiger".
26. November 1918
Im Bürgerausschuss spricht Oberbürgermeister Karl Siegrist nach der Niederlage Deutschlands und dem Ende der Monarchie von einem schicksalsschweren Wendepunkt in der Geschichte und würdigt die Leistungen des Fürstenhauses für die Residenzstadt.
28. November 1918
Der Stadtrat beschließt für die städtischen Ämter und Betriebe den Achtstundentag, der am 1. Dezember in ganz Deutschland eingeführt wird.
Dezember 1918
Zur Linderung der Wohnungsnot erstellt die Stadt in Grünwinkel an der Durmersheimer Straße zwei Wohnbaracken, die im März 1919 bezugsfertig sind.
1. Dezember 1918
Die Rheinbrücke bei Maxau wird gemäß den Waffenstillstandsbedingungen von den Franzosen besetzt.
12. Dezember 1918
Die in dem Waffenstillstand festgelegten Bestimmungen über die entmilitarisierte Zone, die östlich von Durlach verläuft, treten in Kraft.
 
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