Karlsruher Stadtchronik
Ereignisse der Dekade
- 1873
- Die im Jahr zuvor in eine staatliche Institution umgewandelte Hofbibliothek bezieht ihr Domizil in dem neuen Sammlungsgebäude am Friedrichsplatz. 1913 verfügt sie über etwa 3.800 Handschriften und 220.000 Bücher.
- 1873
- An der Ettlingerstraße werden die Eisenbahnschienen durch einen Fußgängersteg überbrückt. Die Klagen über Störungen und Gefahren für den Verkehr nehmen jedoch weiter zu. Der Steg wird 1889 wieder abgerissen.
- 1873
- In der Karlsruher Münze werden die ersten Reichssilbermünzen geprägt.
- 3. April 1873
- Der unter Leitung von Josef Durm 1871 begonnene Bau des Vierordtbades wird feierlich eröffnet. Damit erhält die Stadt nach verschiedenen unbefriedigenden Einrichtungen die erste öffentliche Badeanstalt zunächst ohne Schwimmbad. Der Bankier Heinrich Vierordt hat etwa 40 Prozent der Baukosten gestiftet.
- 10. Mai 1873
- Die seit 1837 geführten Verhandlungen über die Gemarkung Gottesaue werden mit der Eingemarkung nach Karlsruhe abgeschlossen.
- Oktober 1873
- Fanny Trier gründet für die Ausbildung von Lehrerinnen ein privates Lehrerinnenseminar in der Stephanienstraße. Unter dem Namen "Prinzessin-Wilhelm-Stift" wird die Anstalt 1878 dem Oberschulrat unterstellt und zur Abhaltung von Staatsprüfungen ermächtigt. 1883/84 zieht das Seminar in die Sophienstraße um.
- 7. Dezember 1873
- Erster altkatholischer Gottesdienst. Auch in der Residenzstadt verwerfen eine Anzahl von Katholiken die Beschlüsse des Vatikanischen Konzils über das unfehlbare Lehramt des Papstes und bilden eine eigene Gemeinde. Ihr Anspruch auf Mitbenutzung der Stephanskirche führt zu heftigen Auseinandersetzungen, die sich auch in der Presse niederschlagen. Die Altkatholiken dürfen schließlich die evangelische Kleine Kirche mitbenutzen.
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