Karlsruher Stadtchronik

 

Ereignisse der Dekade

 
März 1849
Veit Ettlinger kann als erster jüdischer Stadtrat sein Amt antreten.
Mai 1849
Die Karlsruher Bürgerwehr widersetzt sich dem Beschluss zu ihrer Auflösung, den der revolutionäre Landesausschuss gefasst hatte.
7. Mai 1849
Eine Versammlung der Bürgerwehr im Rathaus fordert zum Einstehen für die von der Frankfurter Nationalversammlung verabschiedete Reichsverfassung auf.
13. Mai 1849
Linientruppen und Bürgerwehr leisten den Eid auf die Reichsverfassung. Am Abend bricht in der Infanteriekaserne ein Aufstand der Soldaten aus. Sie ziehen durch die Lange Straße (heute Kaiserstraße), befreien Gefangene aus dem Rathausturm und marschieren dann Richtung Zeughaus am Durlacher Tor. Auf dem Weg dorthin treiben sie eine Abteilung Dragoner auseinander und stürmen die Dragonerkaserne. Gegen 22.00 Uhr erreichen sie das Zeughaus, das von der Bürgerwehr, von der Artillerie und Pionieren gegen den Angriff erfolgreich verteidigt wird. In der gleichen Nacht verlässt Großherzog Leopold Karlsruhe nach Germersheim und dann Lauterbourg.
14. Mai 1849
Einzug des revolutionären Landesausschusses in Karlsruhe. Der Gemeinderat hatte, nachdem auch die Minister die Stadt verlassen hatten, dem Landesausschuss zuvor erklärt, man werde sich ihm nicht entgegenstellen. Lorenz Brentano hält vom Rathausbalkon eine Rede.
1. Juni 1849
Der Landesausschuss bildet eine provisorische Regierung. Ihr gehören Lorenz Brentano, Amand Gögg, Josef Fickler, Joseph Peter und Franz Sigel an.
10. Juni 1849
Die gewählte Verfassunggebende Versammlung tritt im Ständehaus zusammen. Anstelle der provisorischen Regierung wählt sie Brentano, Gögg und Werner als Leiter der ersten republikanischen Regierung eines deutschen Landes.
26. Juni 1849
Einzug der pfälzischen Freischaaren in Karlsruhe am 19. Juni 1849.<br />StadtAK 8/PBS V 273Nach der Niederlage der Revolutionäre in der Schlacht bei Durlach am 25. Juni ziehen preußische Truppen unter Führung des Prinzen Wilhelm von Preußen, dem späteren Kaiser Wilhelm I., in die Stadt ein. Sie übernehmen polizeiliche Aufgaben und unterbinden alle demokratischen Bestrebungen.
 
18. August 1849
Großherzog Leopold kehrt freudig begrüßt in die Stadt zurück.
29. August 1849
Eröffnung des ersten Waisenhauses in der Stadt nahe dem Karlstor an der Südseite der Kriegsstraße. Seit 1832 war dafür gesammelt worden.
15. Oktober 1849
Freiherr Ernst von Hügel bildet ein Komitee zur Gründung eines Diakonissenhauses, das am 30. November 1851 eingeweiht wird. Das gekaufte Gebäude vor dem Mühlburger Tor erwies sich bald als zu klein. Am 1. November 1857 wird in der Sophienstraße ein Neubau eingeweiht.
5./6.Juni 1849
Radikale unter Führung von Gustav Struve versuchen die Regierung zu übernehmen. Diese ruft die Bürgerwehr zu Hilfe.
 
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