Karlsruher Stadtchronik

 

Ereignisse der Dekade

 
1792
Die Gesellschaft Zum Haarenen Ring, in der Männer und Frauen gleichberechtigt waren, bei einer ihrer Sitzungen. StadtAK 8/PBS oIV 165Gründung der Gesellschaft "Zum Haarenen Ring". Sie besteht bis 1813. Die Männer und Frauen tragen bei ihren wöchentlichen Sitzungen einen Ring aus den Haaren der Mitglieder. Bei ihren Zusammenkünften sprechen sie über neue Bücher, wissenschaftliche Erkenntnisse und politische Ereignisse. Auch ein geselliges Vereinsleben wird gepflegt.
 
1. Oktober 1792
In der Stadt verbreitet sich die Nachricht, die Franzosen hätten den Rhein überschritten. Die markgräfliche Familie und viele Bürger verlassen die Stadt oder bereiten sich darauf vor. Das markgräfliche Archiv wird über Pforzheim nach Ulm in Sicherheit gebracht. Die Nachricht erweist sich zwar als falsch, aber schon am 7. Oktober greift erneut die Furcht vor einer französischen Invasion um sich. Viele Bürger fliehen, der Markgraf begibt sich mit dem Militär nach Ettlingen.
11. Oktober 1792
Markgraf Karl Friedrich tritt in einem Dekret dem Gerücht entgegen, er habe wegen aufrührerischer Stimmungen der Bürger Karlsruhes die Stadt verlassen. Tatsächlich scheinen manche Bürger sich eine Kokarde besorgt zu haben. Ob nur aus Vorsicht für den Fall französischer Besetzung oder aus Überzeugung, ist nicht überliefert.
 
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