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Datenbank der Kulturdenkmale

Historische Straßenbahnen im Betriebshof der Verkehrbetriebe Karlsruhe

Tulla­str., Oststadt

Ergänzende Informationen des Stadtarchivs

Der Betriebs­hof Tulla­straße entstand mit der Elektri­fi­zie­rung der Straßen­bahn im Jahr 1899. Er bestand aus einen Kraftwerk, einer Wagenhalle als Eisen­kon­struk­tion mit zehn Gleisen und der dazuge­hö­ri­gen Werkstätte sowie einem Verwal­tungs­ge­bäude. Mit dem Netzausbau, u. a. durch die Strecken zum neuen Haupt­bahn­hof und den damit gestie­ge­nen Wagen­be­darf, wurde 1913 eine weitere Wagenhalle mit Werkstät­ten am hinteren Hallenen­de errichtet. Die Halle war eine Beton­kon­struk­tion mit acht Gleisen. Die Wagen­hal­len überstan­den die beiden Weltkriege ohne größere Schäden. Im Jahr 1950 erfolgte die Erwei­te­rung um eine weitere Halle mit Werkstatt, im Baustil der 1913 erstellten Halle. Dadurch standen 27 Gleise zum Abstellen der Wagen zur Verfügung. Zum Ein- und Ausfahren über die Durlacher Allee waren jedoch umfang­rei­che Rangier­ma­nö­ver notwendig. Im östlichen Hof entstanden für die stetig wachsende Omnibus­flotte Werkstatt- und Abstell­hal­len. Ab 1968 konnten die Bahnen auch über die Straßen­bahn­neu­bau­strecke Haupt­fried­hof - Rintheimer Straße den Betriebs­hof erreichen. Nach der Inbetrieb­nahme des neuen Betriebs­hofs West mit Haupt­werk­statt im Jahr 1978 wurden die Betriebs­hof­an­la­gen in der Tulla­straße umgebaut, und das seit Jahrzehn­ten still­ge­legte Kraftwerk wurde abgerissen. An Stelle der Wagenhalle von 1899 entstand eine Revisi­ons­halle mit Durch­lauf­war­tung für Straßen­bahn und Omnibus. Die Werkstatt­be­rei­che der verblie­be­nen Hallen konnten entfallen. Eine neue Gleis­an­lage ermög­lichte eine wirtschaft­li­che Rundfahrt von den Sammel­glei­sen über die Wartungs­halle zu den Abstell­plät­zen. Die Vergrö­ße­rung der Fahrzeug­flotte, um 2,65 m breite Stadtbahn- und Nieder­flur­wa­gen, erforderte eine zusätz­li­che Zufahrt mit größeren Gleis­ra­dien von der Durlacher Allee. Einzelne Weichen und Gleisbögen mussten an die Wagen angepasst werden. Seit der Fertig­stel­lung des neuen Betriebs­hofs in der Gerwig­straße Ende 2008 werden nur noch bis zu 2,40 m breite Bahnen und Omnibusse hier abgestellt. Auf 1.830 m Hallen­gleis finden die Wagen der Linie 5, 8 und der Schul­stra­ßen­bahn sowie Arbeits­wa­gen, histo­ri­sche Wagen und die zur Zeit nicht benötigten Wagen einen Abstell­platz.

Baujahr 1899