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Datenbank der Kulturdenkmale

Rathaus Durlach

Pfinztalstr. 33, Durlach

Ausweisungstext der amtlichen Denkmalliste

Rathaus, 1551 erstmals erwähnt, nach Stadtbrand 1714-17 durch Hofbaumeister Johann Heinrich Schwartz neu errichtet, grundlegende Umgestaltung 1845 durch Prof. Jakob Hochstätter. Glocke im Turm von 1718 (Inschrift). Die Balkonfigur ist eine Kopie von 1929 der Brunnenfigur des Marktplatzes, Original heute im Pfinzgaumuseum. "Hungertafel" im Foyer, ursprünglich am 1841 abgebrochenen Bienleinstor. Großer Gewölbekeller. Treppenhaus 1950/51 erneuert.


Ergänzende Informationen des Stadtarchivs

Der Dachstuhl des Durlacher Rathauses

Das Rathaus wurde während des Pfälzischen Erbfolgekrieges – wie ein Großteil Durlachs - durch die Franzosen am 16. 8. 1689 zerstört und erst 20 Jahre später nach und nach wieder aufgebaut. Vom Aussehen des Rathauses vor seiner Zerstörung gibt es keine Zeichnungen oder Skizzen.

Nachdem der hohe Dachstuhl wieder vollständig eingedeckt war, wurde 1717 auf die Giebelspitze eine in Heidelberg hergestellte „Justitia“ gesetzt.

1718 wurde ein kleiner Glockenstuhl errichtet und eine Glocke aufgehängt. Sie wurde und wird bei jeder ersten Ratssitzung eines neu ins Amt gekommenen Bürgermeisters (jetzt Ortsvorsteher/in) geläutet. In früheren Zeiten wurde die Glocke auch bei Feueralarm geläutet.

1719 wurden die oberen Böden fertig gestellt, und ab 1720 konnten nun wieder Hochzeiten und Tänze in den großen Räumen stattfinden. Allerdings wurde der Tanzboden 1786 zur Wohnung für den Ratsschreiber umgebaut.

Architekt Jakob Hochstetter gab dem Rathaus bei einer Renovierung um 1845 seine heutige Gestalt. Die Fassade wurde nun symmetrisch gegliedert, die Justitia-Figur verschwand, und aus dem Volutengiebel wurde ein Treppengiebel.

Im Erdgeschoß wurden ein Kaufhaus, das Ratsstüble, die Metzig (Verkaufsstände der Metzger), das Salzhaus, eine Gefängniszelle und das Armesünderstübchen untergebracht. Der erste Stock  enthielt die Ratsstuben, Küchen, Tanzböden und zusätzliche Amtsräume. Heute befinden sich dort Büroräume und der Bürgersaal für Vorträge und Ortschaftsratssitzungen.  

Auf dem Balkon vor dem Bürgersaal steht eine Kopie des Sandsteindenkmals von Markgraf Karl II, dem „Karle mit der Tasch“, das Original befindet sich im Pfinzgaumuseum.

Der Dachstuhl wurde vor 20 Jahren renoviert.

Seit 2009 wird der Anstrich des Rathauses entsprechend der Befunde einer restauratorischen Untersuchung erneuert.

Text: Günther Malisius

Denkmal nach § 28 Übergangsregelung Denkmalschutzgesetz

Baujahr 1551
 

Rathaus Durlach
Bild: Fränkle, 2009

 

Das Rathaus nach dem Wiederaufbau 1720 mit der "Justitia" auf dem Giebel, nach Schwarz