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Nicht mehr erhaltene Bauwerke Weinbrenners

Die bisher beschriebene Bauten können wir an Ort und Stelle betrachten: das ist bei den nun genannten nicht mehr möglich. Sie wurden teilweise durch Brand oder Kriegseinwirkungen zerstört, teilweise abgetragen; sie sind uns indes noch als Zeichnungen und Fotografien oder als bauliche Überreste bekannt. Zuerst soll vom

Ettlinger TorEttlinger Tor, dem Abschluß der Via Triumphalis, die Rede sein, errichtet 1803 zur Erinnerung an den Gewinn pfälzischen Gebiets und an die Verleihung der Kurwürde an den Markgrafen Karl Friedrich. Weinbrenner wählte hier als Zugang zur Stadt die Gliederung einger dorischen Tempelfront. Säulen markierten die drei Durchlässe für Fuhrwerke und Passanten; seitlich standen Zoll- und Wachhaus. Später wies das überwiegend aus einfachen Materialien ausgeführte Tor mehrfach Schäden auf, so daß man es 1872 abbrach.

Zum Garten hinter dem Markgräflichen Palais gehörte ein 1800/01 entstandenes

LusthausLusthaus. Es erinnert an die Architektur Palladios. Das schmucke Bauwerk lehnte mit seiner Rückfront an die Kriegsstraße. Auf der Nordseite war ihn eine über zwei Aufgänge erreichbare Halle mit vier jonischen Säulen vorgelagert. Der Grundriß zeigt als Zentrum der Anlage einen runden Saal, dem sich seitlich je zwei Zimmer anschlossen. Für ausrauchend Licht in diesem Mittelraum sorgte eine Öffnung in der darüberlegenden Kuppel. Dem Bau war eine Plattform aufgesetzt. Von dort aus konnte man in die Ferne, vor allem zur alten Residenz Durlach mit ihren aufsteigenden Hügeln blicken. Der Abriß des Lusthauses erfolgte 1902.

Karlsruhe war den Musen stets besonders verbunden. Dieser Tradition verpflichtet, kam es zu dem 1807/08 nach antiken Vorbild erbauten Theater zwischen dem Schloßgarten und dem Botanischen Garten. Zu Beginn stand es unter privater Leitung. Ab 1810 jedoch stellte der Hof den Intendanten: Das Karlsruher Theater nannte sich nun

HoftheaterGroßherzogliches Hoftheater. Das Gebäude war in drei Baukörper unterteilt: Eingangstrakt, Zuschauerraum und Bühnenbau. Halbkreisförmig angeordnet, gab es in Parterre, Logen und drei Ränge rund 2000 Besucherplätze. Das prachtvoll ausgestattete Haus erlebte auch Festlichkeiten, Redouten und Bälle. Für derlei Veranstaltungen konnte der Parterrefußboden auf das Niveau der Bühne hochgeschraubt werden. Weinbrenner plante danach Theater in Leipzig und Baden-Baden; für Bühnen in Gotha, Dresden und Düsseldorf fertigte er Entwürfe. Das Karlsruher Hoftheater brannte 1847 völlig nieder. Den Nachfolgebau von Heinrich Hübsch machten 1944 Bomben zur Ruine.

SynagogeDie Synagoge war 1798 Weinbrenners erste größere Bauaufgabe in Karlsruhe. Zwei Pylonen nach ägyptischer Art flanierten ein Portal, dessen Spitzbogenmuster in der Arkadenreihe darüber wiederkehrte. Über einen langgestreckten, von dorischen Säulen umgebenen Hof lenkte der Weg zum Haupteingang. An Pfingsten 1871 ging die Synagoge in Flammen auf; das Feuer hatte von einem Nachbarhaus übergegriffen, Josef Durm errichtete 1872 bis 1875 einen Neubau. Heute erinnert eine Gedenktafel an die Zerstörung in der "Reichskristallnacht" am 10.11.1938.

Auch zwei weitere Bauwerke fallen in die ersten Jahre Weinbrenners im Bauamt. Beide standen im heutigen Nymphengarten.

AmalienschlößchenDas Amalienschlößchen, Blickpunkt von und zum Mühlburger Tor, lag in der Flucht der Amalienstraße und war von Erbprinz Karl Ludwig 1801 als Sommeraufenthalt vorgesehen. Nach dem tragischen Tod des Thronfolgers bewohnte es, 1803 fertiggestellt, Markgräfin Amalie als Gartenpalais. Reste der 1944 zerstörten Anlage laden heute zum Verweilen ein.

Die Planung für den anderen Bau, den

Gotischer TurmGotischen Turm, verfügte Markgraf Karl Friedrich 1802 zum Andenken an seinen verstorbenen Sohn. Turm, Kapelle und Badekabinett der Markgräfin Amalie waren einheitlich gestaltet. Die Form des Spitzbogens bei Fenster und Türen gab dem Gotischen Turm seinen Namen. er wurde 1866 abgebrochen.

Nicht alle wichtigen Bauten Weinbrenners in Karlsruhe konnten hier erwähnt und erläutert werden, etwa die Gartengebäude der Markgräfin Christiane Louise, das Museum oder das Wohnhaus des Obersten von Beck. Ein Spaziergang zu Fuß oder in Gedanken macht auch müde. Wer mag, kann sich im Schloßgarten bei dem

DenksteinDenkstein niederlassen, auf den einmal eine Büste Großherzogs Karl Friedrich gestellt war. Er trägt die Inschrift:

HIER SEY DER SIZ
UNSHULDIGER
FREUDEN UND DER
RUHE NACH
WOHLTAETIGER
ARBEID




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