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Wolfartsweier

1261, 2. Dez.
Erste schriftliche Nennung des Ortes. In einer Urkunde bestätigt Papst Urban IV. dem Kloster Gottesaue u. a. Klostergüter und Gerechtsame in "Wolvoldeswilere".
1329
Erste urkundliche Erwähnung einer Kirche und eines Pfarrers in "Wolf hartswilre". Eine Urkunde des Jahres 1488 nennt als Namen der Pfarrkirche "St. Margarethen".
1416
Heinrich von Gärtringen kauft Markgraf Bernhard einen Teil des Ortes ab. Der Sohn des Markgrafen erwirbt diesen Besitz 1439 zurück.
1419
Ein Grabstein an der Kirche weist dieses Jahr als Todesjahr des Ritters Pleich von Waldeck nach. Seine Familie besaß vermutlich oberhalb des Ortes eine Burg, die womöglich auf Mauerresten eines römischen Wartturms errichtet wurde.
1480
Das Kloster Gottesaue erwirbt den "Steinhof" in "Wolferzwilr" von Mathias Wihlin und Bernhard Luz. Im Jahre 1531 erwirbt die Gemeinde den Steinhof und verkauft ihn im selben Jahr an den Markgrafen weiter. Auf diesem historischen Boden entsteht in den 1950er Jahren ein neues Wohnviertel.
1535
Bei der Teilung Badens fällt Wolfartsweier an die Markgrafschaft Baden-Durlach.
1556
Einsetzung des ersten lutherischen Pfarrers durch Markgraf Karl II.
1648
Am Ende des Dreißigjährigen Krieges hat auch Wolfartsweier große Verluste zu verzeichnen. Das Langhaus der Kirche aus dem 13. Jahrhundert ist zerstört, Pfarrhaus und -scheune sind niedergebrannt, das Pfarrgut verwildert. Es sollen nur noch sieben Einwohner (Frauen und Kinder bleiben ungezählt) hier gelebt haben.
1689
Im Pfälzischen Erbfolgekrieg fallen sechs Häuser, darunter das Rathaus, und fünf Scheunen der Brandschatzung zum Opfer.
1698
In Wolfartsweier leben zehn Bürger, das ist nur noch die Hälfte gegenüber 1688. Als Schulmeister wirkt Johann Andreas Feigler, der die offensichtlich zahlreich vorhandenen Kinder der lebenden wie der in den Kriegswirren umgekommenen Bürger unterrichtet.
1700
Um die Jahrhundertwende wird ein neues Rathaus gebaut, das 1935 erneuert wird.
1702-1800
Bis 1750 verzeichnen die Kirchenbücher 7, danach 78 Eheschließungen. Die Zahl der Geburten liegt vor der Jahrhundertmitte bei 49, danach bei 326. Die Kindersterblichkeit beträgt etwas mehr als 50 Prozent.
1741
Das Dorf wird von einem Hochwasser des Wetterbachs hart getroffen. Sämtliche Stege werden weggerissen, Äcker und Wiesen hoch überschwemmt.
1744-45
Erneuerung des Langhauses der Dorfkirche.
1767/1778
Im Kirchenbuch dieser beiden Jahre finden sich Hinweise auf zwei Gastwirtschaften, das "Rößle" und den "Schwanen". Das "Rößle" ist seit 1813 bis zu seiner Schließung 1965 im Besitz der Familie Postweiler. Es zählt u. a. Johann Peter Hebel und Viktor von Scheffel zu seinen Gästen.
1802
Friedrich Weinbrenner legt beim Hedwigshof die Grundmauern eines römischen Gutshofes frei. 1926 führt der Kunsthistoriker Professor Wulzinger die Arbeiten fort und entwirft ein genaues Bild der 180 m im Geviert messenden Anlage.
1837
Wolfartsweier zählt 370 Einwohner, von denen 1840 an einem "Nervenfieber" 43, meist junge Leute, sterben.
1892
Gründung des “Allgemeinen Sportvereins”.
1897
Gründung des Gesangvereins "Liederkranz".
Gründung der Badischen Sprengkapsel-, Zündhütchen- und Munitionsfabrik auf Durlacher und Wolfartsweierer Gemarkung. Sie wird 1903 von der Firma Gustav Genschow & Co. übernommen
1899
Bau der Immanuels-Kapelle der Evangelischen Gemeinschaft, der 1902 eine Kleinkinderschule für alle Kinder des Dorfes angegliedert wird.
1901
Die Gemeinde zählt 506 Einwohner, darunter fünf Katholiken. Im Dorfleben macht sich die Umwandlung von der reinen Bauerngemeinde zur Arbeitergemeinde bemerkbar. Viele Kleinbauern suchen ihren Verdienst in den Fabriken Durlachs und Karlsruhes.
1904
Gründung des Radfahrervereins.
1907
Das alte Schulhaus, ein 1749 zu diesem Zweck erworbenes Wohnhaus neben dem Gasthaus "Zum Rößle", wird durch einen Neubau am Ortsausgang nach Ettlingen ersetzt.
1910
Gründung des Krankenpflegevereins, der eine Krankenpflegestation unterhält.
1924
Gründung des Musikverein"Einheit".
1930
Zum Gedenken an die 25 im Krieg 1914-1918 gefallenen Wolfartsweierer wird am Volkstrauertag ein Denkmal geweiht. Es ist eine Erweiterung der Gedenktafel für die Kriegsteilnehmer 1870/71 vor der Kirche. Nach 1945 werden hier auch die Namen der 50 Gefallenen und 33 Vermißten des Zweiten Weltkrieges verzeichnet.
1933
Ablösung von Bürgermeister Adolf Klenert durch die Nationalsozialisten.
1936
Eröffnung des Schwimm-, Luft- und Sonnenbades.
1938
Gründung der Freiwilligen Feuerwehr.
1950
In der Gemeinde leben 1.010 Einwohner, darunter 688 evangelische und 189 katholische. Sie hat etwa 180 Vertriebene aufgenommen.
1953
Bau des “Zündhütle”, des Schrotturmes auf dem Gelände der Genschow & Co. AG, die 1963 an die Dynamit Nobel AG übergeht.
1963
Einweihung der Fest- und Turnhalle (Schloßberghalle) der Gemeinde mit der nachträglich veranstalteten 700-Jahr-Feier Wolfartsweiers, zu der ein historischer Festzug organisiert wird.
1969
Neubau des Rathauses. Das alte Rathaus wird Rot-Kreuz-Station und Feuerwehrhaus.
1970, 1. Jan.
Der Ort wird selbständige Pfarrei. Der Bau eines neuen Ge meindezentrums und Pfarrhauses, die am 11. November 1973 eingeweiht werden, sind in Planung. Die Verdolung des Wettersbachs ist abgeschlossen.
1972
Die Firma Dynamit Nobel AG stellt ihren Betrieb ein, womit ca. 350 Arbeits plätze verloren gehen.
1973, 1. Jan.
Der am 13. Dezember 1972 unterzeichnete Eingemeindungsvertrag tritt in Kraft. Der Gemeinderat mit Bürgermeister Hermann Ringwald hatte sich am 29. November 1972 anders als die Wolfartsweierer Einwohner für die Eingemeindung entschieden. Der Ort zählt 2.605 Einwohner.
 
Das Wappen
Wappen Karlsruhe-Wolfartsweier

Verwandte Links
Wappen der Karlsruher Stadtteile
Historischer Stadtrundgang
Datenbank Kulturdenkmale
Die historischen Bauten von Friedrich Weinbrenner.
Straßennamen von Karlsruhe
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