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Neureut

1260
Erste urkundliche Erwähnung in einem Vertrag zwischen Markgraf Rudolf I. und dem Kloster Gottesaue vom 15. April über eine Neurodung (Novale, Neureut) und Dorfgründung des Markgrafen auf Eggensteiner Gemarkung.
1273
Neureut wird anläßlich der Belagerung Mühlburgs durch König Rudolf ge plündert.
1275
Markgraf Rudolf I. schenkt dem Kloster Gottesaue die Dörfer Rintheim und Eggenstein ohne Neureut, das seit diesem Zeitpunkt als selbständige Gemeinde anzusehen ist.
1424
Neureut wird von den Gegnern Markgraf Bernhards I. geplündert, die das benachbarte Wasserschloß Mühlburg belagern
1525
Die Ämter Mühlburg und Durlach, damit auch Neureut schließen sich dem Bauernaufstand an. Nach der Niederlage der Aufständischen huldigt Neureut am 29. Mai wieder dem Markgrafen.
1535
Bei der Teilung der Markgrafschaft Baden fällt Neureut mit Pforzheim, Mühlburg und Durlach an Markgraf Ernst, dem Begründer der Durlacher Linie.
1556
Der Ort wird unter Markgraf Karl II. evangelisch.
1563
Die Neureuter kaufen sich von der Leibeigenschaft frei.
1636
Während des Dreißigjährigen Krieges fliehen die Neureuter nach Durlach, da ihr Dorf gemeinsam mit Knielingen und Eggenstein von drei Reiterabteilungen besetzt ist.
1688-1697
Durch den Pfälzischen Erbfolgekrieg wird Neureut in Mitleidenschaft gezogen, die Dorfbewohner verlassen zeitweise den Ort.
1699
Französische Glaubensflüchtlinge - Hugenotten - gründen in unmittelbarer Nachbarschaft Welschneureut.
1720
Welschneureut erhält eine eigene Kirche, die bereits 1751 durch einen Neubau ersetzt werden muß.
1731
Der bis dahin zur Pfarrei Mühlburg gehörige Ort Teutschneureut - so die Bezeichnung für den alten Ort - erhält einen eigenen Pfarrer, der zugleich die Schulmeisterstelle übertragen bekommt.
1754
In Welschneureut wird der erste Ziehbrunnen errichtet.
1774/75
Bau eines Schulhauses in Teutschneureut.
1807
Bau eines Schul- und Rathauses in Welschneureut.
1846
In beiden Orten entstehen Gesangvereine "Liederkranz".
1851
Einweihung des Hardthauses, das sich an dem Vorbild des von August Hermann Francke in Halle begründeten Waisenhauses orientiert.
1854
Wegen des zunehmenden Wohnungsmangels wird ein Ortsbauplan aufgestellt, der neues Baugelände zwischen Mitteltortstraße und Kirchhof ausweist.
1856
Bau des Teutschneureuter Rathauses.
1859
In beiden Orten entstehen Frauenvereine.
1870
Die Neureuter Bemühungen um einen Anschluß an die Eisenbahnlinie Mannheim-Graben-Karlsruhe sind vergeblich. Die Eisenbahn führt östlich an Neureut vorbei.
1876/77
Bau eines neuen Schulhauses in Teutschneureut, das 1959 dem Erweiterungsbau der jetzigen Nordschule weichen muß.
1884
Bau des heutigen alten Welschneureuter Schulhauses.
1884-88
Bau der Teutschneureuter Kirche.
1886
In Welschneureut wird eine Freiwillige Feuerwehr gegründet.
1892
Der Turnverein Welschneureut, heute "TuS Neureut", wird gegründet.
1895
Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr in Teutschneureut.
Ungefähr 600 Teutschneureuter Männer fahren täglich nach Karlsruhe zur Arbeit.
1907
In Welschneureut entsteht der Fußballverein "FC Germania", ein Jahr später folgt in Teutschneureut der "FC Alemannia".
1908/09
Bau eines weiteren Schulhauses in Teutschneureut.
1912
Welschneureut erhält ein dem Teutschneureuter ähnliches Schulhaus.
In Welschneureut werden erstmals zwei sozialdemokratische Gemeinderäte gewählt.
1913/14
Verhandlungen mit der Stadt Karlsruhe über den Bau einer Straßenbahnverbindung werden erfolgreich abgeschlossen. Bei Kriegsbeginn werden die gerade begonnenen Arbeiten allerdings eingestellt und nach dem Ersten Weltkrieg nicht wieder aufgenommen.
1914
Rund 900 Arbeitskräfte, 600 aus Teutschneureut, pendeln nach Karlsruhe. Die traditionelle Arbeit in der Landwirtschaft wird zum größten Teil von den Frauen ausgeführt. Der seit der Mitte des 19. Jahrhunderts einsetzende Wandel von einem Bauerndorf zu einem Arbeiterdorf ist damit vollzogen. Die Gemeinden zählen 1910 zusammen 3.603 Einwohner.
Die Matzenfabrik Strauß nimmt ihren Betrieb auf. Zu diesem Zeitpunkt bestehen schon eine Lackfabrik, eine Zementfabrik und eine Dampfsägerei.
Neureut erhält von Karlsruhe elektrischen Strom.
1914-1918
Im Ersten Weltkrieg fallen 45 Soldaten aus Welschneureut und 103 aus Teutschneureut.
1921
In Welschneureut errichtet eine Siedlungsgenossenschaft die ersten zwei Häuser in der Gartensiedlung am Hardtwaldrand.
1923
Gründung einer Majolikafabrik.
1925
Zur Behebung der nach dem Ersten Weltkrieg einsetzenden Wohnungsnot wird eine Siedlungsgesellschaft gegründet.
1929-1935
Bau der Kirchfeldsiedlung.
1933
Gleichschaltung beider Gemeinden, erzwungener Rücktritt der Bürgermeister, die durch Nationalsozialisten ersetzt werden.
1935
Am 1. November wird Welschneureut nach Teutschneureut eingemeindet. Der Ort heißt nun "Neureut (Baden)".
1938/39
Mehrere Hundert Westwallarbeiter werden einquartiert.
1944
Bei dem schweren Luftangriff auf Karlsruhe am 27. September 1944 werden in Neureut 18 Häuser, das Hardthaus und die Welschneureuter Kirche fast völlig zerstört. Seit 1940 war auch das Dorf Neureut immer wieder von Luftangriffen betroffen, die zahlreiche Verletzte und bis Kriegsende 31 Menschenleben forderten. 238 Soldaten aus Neureut fallen im Zweiten Weltkrieg, weitere 67 gelten als vermißt.
1950
Aus der ehemaligen Gartensiedlung wird in den folgenden Jahren der neue Ortsteil Heide.
1951
Bau einer Wasserleitung. Bis dahin wurde der Ort mit Brunnen versorgt.
1954
Einweihung der Waldschule.
1956
Mitte Oktober überschreitet Neureut die 10.000-Einwohnergrenze. In der Nachkriegszeit hatten sich zahlreiche Flüchtlinge niedergelassen, die zu diesem Zeitpunkt mehr als ein Drittel der Bevölkerung ausmachen. Der größte Teil der Neubürger wohnt in der Kirchfeldsiedlung und der Neuen Siedlung, die im Anschluß an die Kirchfeldsiedlung entstand.
1960
Neureut feiert 850 Jahre Ersterwähnung. Man ging irrtümlich davon aus, daß in einer Urkunde König Heinrichs V. für das Kloster Gottesaue aus dem Jahr 1110 Neureut bereits genannt wurde. Bei der dort aufgeführten Neurodung "Novale" handelt es sich aber noch nicht um Neureut. Mit fast 11.000 Einwohnern ist Neureut größte baden-württembergische Landgemeinde.
1964
Erstes Hallenbad im Landkreis Karlsruhe.
1969
Neureut erhält ein Gymnasium, das zunächst in der Waldschule, seit 1973 in einem eigenen Gebäude untergebracht ist.
1972
Der Ort erhält eine Realschule.
1974
Baubeginn der Badnerland-Halle, die 1977 fertiggestellt wird.
1975, 14. Feb.
Nach heftigem Widerstand wird Neureut mit dem Urteil des Staatsgerichtshofes, bei dem die Gemeinde eine Klage gegen das Gemeindereformgesetz des Landtags vom 19. Juli 1974 angestrengt hatte, doch nach Karlsruhe eingemeindet. Der Eingemeindungsvertrag wird am 10. April von Oberbürgermeister Otto Dullenkopf und Bürgermeister Hermann Meinzer im Haus Solms unterzeichnet. Der Ort zählt 13.645 Einwohner.
 
Das Wappen
Wappen Karlsruhe-Neureut

Verwandte Links
Wappen der Karlsruher Stadtteile
Historischer Stadtrundgang
Datenbank Kulturdenkmale
Die historischen Bauten von Friedrich Weinbrenner.
Straßennamen von Karlsruhe
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