Karlsruhe

DAMMERSTOCK
Mustersiedlung des "Neuen Bauens" in Karlsruhe
 1110 Erste Erwähnung von "Dagemersdung" als Besitz des Klosters Gottesaue. Die Siedlung geht im Mittelalter unter.
1907 Mit der Eingemeindung Beiertheims entstehen Pläne zur Bebauung des Dammerstock-Geländes als "Industriegebiet mit Gleisanschluß".
1925 Beginn von Kanalisationsarbeiten zur Erschließung des Dammerstocks.
1926 Der von dem zuständigen Bau-Bürgermeister Hermann Schneider veröffentlichte Entwurf eines Generalbebauungsplans für Karlsruhe sieht eine Wohnsiedlung im Dammerstock vor.
1928 Im Juni beschließt der Stadtrat zur Linderung der Wohnungsnot die Erschließung des Dammerstocks südlich der späteren Nürnbergerstraße. Für die Bebauung mit Klein- und Mittelwohnungen wird ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben. Mit möglichst geringen Kosten soll für breite Schichten bezahlbarer Wohnraum entstehen. Als ein Bauträger wird die gemeinnützige städtische Baugenossenschaft "Volkswohnung" gegründet.
1928 Im November spricht das Preisgericht dem Bauhausgründer Walter Gropius den ersten und Otto Haesler den zweiten Preis zu. Weitere Architekturbüros - auch aus Karlsruhe - erhalten Preise.
1928 Im Dezember wird Gropius zum künstlerischen Oberleiter des Projekts ernannt. Für die Gestaltung gelten die Prinzipien des "Neuen Bauens" wie einfache Baukörper, Flachdächer und vereinheitlichte Fensterelemente. Plakat zur Ausstellung Dammerstock
1929 Ab Januar werden die konsequent in Nord-Süd-Richtung liegenden Zeilen der Geschoßwohnungsbauten und der Reihenhäuser errichtet. Die meisten Preisträger werden am Bau der Siedlung beteiligt.
1929 Im Oktober findet in dem fertiggestellten ersten Bauabschnitt mit 228 Wohnungen die Ausstellung "Dammerstock-Siedlung, die Gebrauchswohnung" statt. Gezeigt werden 30 moderne, zweckmäßig gestaltete und eingerichtete Kleinwohnungen. Das graphische Konzept der Präsentation entwickelt der Typograph und Dadaist Kurt Schwitters.
1934-1939 Das Konzept des "Neuen Bauens" wird nicht fortgeführt. Die neuen Machthaber der NSDAP wollen die "fremdländische Architektur" verdecken. Es entsteht vor allem nördlich der Marie-Mattheis-Straße und auch an der Mainzer Straße Ein- und Zweifamilienhäuser in der "einheimischen Bauart mit spitzen Giebeldächern".
1936 Bau der St. Franziskus Kirche mit einem Pfarrkloster der Kapuzinermönche.
1942 Bau des Luftschutzbunkers.
Jetziger Stand
1949 Fortsetzung der Bebauung im Dammerstock. Im Süden nimmt der Architekt van den Kerkhoff mit den Laubenganghäusern Elemente des "Neuen Bauens" auf.

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Stadt Karlsruhe, Stadtplanungsamt Stand: 16.8.97