21. Europäische Kulturtage Karlsruhe

Erfolgreiche 21. Europäische Kulturtage „Musik baut Europa – Wolfgang Rihm“ zu Ende gegangen


Wolfgang Rihm bewegt Publikum – Große Offenheit für zeitgenössische Musik – über 25.000 Menschen ließen sich begeistern


Die 21. Europäischen Kulturtage machten Karlsruhe drei Wochen lang zu einer Hochburg für Neue Musik. Sie schufen eine offene Atmosphäre für die Rezeption zeitgenössischer Kompositionen. Dadurch erreichte die Neue Musik auch Menschen, die bis dato keine Erfahrungen mit ihr hatten. Mit qualitativ hochwertigen Konzerten konnten immer wieder ein positiver Überraschungseffekt erzielt, Schwellenängste abgebaut und eine Schule des Hörens erreicht werden. Mit Neugierde wurde die Möglichkeit genutzt, auszuprobieren und kennen zu lernen. Insbesondere die Angebote des Vermittlungsprogramms für Kinder- und Jugendliche, „Baustelle Musik: Von Anfang an“, wurden sehr gut angenommen.


Publikum und Mitwirkende reichten vom Grundschüler bis zum Rentner. Damit waren die Europäischen Kulturtage genuin Generationen übergreifend. „Wolfgang Rihm und die zeitgenössische Musik wurden sehr gut angenommen. Die verschiedenen Programmpunkte zeigten die Vielseitigkeit der Rihm‘schen Kompositionen und lockten ein interessiertes und zahlreiches Publikum an. Das Vermittlungsprogramm hat neugierig gemacht und gezeigt, welche tollen Möglichkeiten für das junge Publikum in der Musik von Wolfgang Rihm stecken“, betonen Kulturamtsleiterin Susanne Asche und Generalintendant Peter Spuhler.


Zu den über 80, teils ausverkauften Veranstaltungen, kamen mindestens 25.000 Zuschauer – ein Zeichen, dass der bei diesen Kulturtagen erstmals gesetzte Fokus auf einen einzelnen Künstler und sein Umfeld aufgegangen ist.


Der 60. Geburtstag Wolfgang Rihms und die Europäischen Kulturtage fanden bundesweit in zahlreichen Tageszeitungen, Fachmagazinen, Radio- und Fernsehbeiträgen Beachtung – mehr und deutlicher als zurückliegende Europäische Kulturtage – und verstärkten so die Verankerung Karlsruhes auf der musikalische Landkarte. Besondere Beachtung fand die Uraufführung des Auftragswerkes der Stadt Karlsruhe „Vers une symphonie fleuve VI“ durch die Badische Staatskapelle und Generalmusikdirektor Justin Brown, sowie der polarisierende, spartenübergreifende Abend „Auf Kolonos“ von Regisseur Laurent Chétouane im Badischen Staatstheater Karlsruhe. Das Eröffnungswochenende zeigte bereits die große Bandbreite der möglichen Beschäftigung mit zeitgenössischer Musik in Konzerten, Gesprächen, Workshops und einer Ausstellung. Die „Konzertanten Plastiken“ brachten fünf bedeutende Komponisten – Rebecca Saunders, Olga Neuwirth, Peter Ruzicka, Pascal Dusapin und Markus Hechtle – ehemalige Schüler und Wegbegleiter Wolfgang Rihms, in Uraufführungen zu Gehör. Zahlreiche weitere Uraufführungen fanden während der Europäischen Kulturtage statt. Ein besonderes Highlight war eine spartenübergreifende Konzertreihe, die erstmalig in der Städtischen Galerie stattfand.


Die vom Kulturamt der Stadt Karlsruhe und dem Staatstheater Karlsruhe organisierten Europäischen Kulturtage versammelten 66 Ensembles und Institutionen, deren Veranstaltungen im Rahmen des Festivals in einen kreativen Dialog miteinander traten. Sie erreichten eine Intensivierung der Kooperation der beteiligten Institutionen untereinander und somit eine nachhaltige Stärkung des Karlsruher Kulturlebens. Darüber hinaus forderte die Auseinandersetzung mit Wolfgang Rihms Musik die Instrumental- und Chorensembles heraus, zukunftsweisende musikalische Erfahrungen zu sammeln. Mit einer Reihe von Vorstellungen in den nächsten Wochen und Monaten, die sich weiter mit der Musik Rihms beschäftigen, der Eröffnung des Wolfgang-Rihm-Forums in der Hochschule für Musik und der Festschreibung der Pflege Neuer Musik in der gerade entstehenden Karlsruher Kulturkonzeption ist gewährleistet, dass eine Nachhaltigkeit erreicht wird und wir weiter „schwingen, wenn wir hören“ (Wolfgang Rihm). Die nächsten Europäischen Kulturtage finden im Jahr 2014 statt – über das Thema wird in den nächsten Wochen intensiv beraten.



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