Zur Startseite Karlsruhe: StadtZeitung   Suche
 

Übersicht Weiterempfehlen

 

Geschichte: Bis März Ausstellung über Tötungsanstalt Grafeneck

Nationalsozialistische Gräuel an behinderten Menschen

(erg) In der Tötungsanstalt Grafeneck auf der Schwäbischen Alb brachten die Nationalsozialisten 1940 mehr als 10.600 Menschen um, die sie als "lebensunwert" stigmatisiert hatten. Eine Wanderausstellung des Dokumentationszentrums Grafeneck erinnert bis zum 5. März im Ständehaus an die Ermordeten.

Die psychisch Kranken, geistig Behinderten und auch Gesunden waren aus Behinderteneinrichtungen in Württemberg und Baden, aber auch aus Bayern, Hessen und einer Anstalt im Rheinland zu dem entlegenen württembergischen Ort gebracht worden, wo sie in einer ersten stationären nationalsozialistischen Gaskammer mit Kohlenmonoxid umgebracht wurden.

Grafeneck war die erste von insgesamt sechs über das gesamte Reich verteilten Nazi-Anstalten, in denen die Opfer ermordet wurden. Mit insgesamt rund 70.000 Toten stellen Menschen mit Behinderung eine der größten Opfergruppen des Nazi-Terrors dar. Von den Opfern waren etwa 450 in Karlsruhe geboren oder hatten in der Fächerstadt ihren letzten Wohnsitz, bevor sie in eine Behinderteneinrichtung gekommen waren. Rund 200 von ihnen wurden in Grafeneck vergast und anschließend verbrannt.

Der Leiter des Dokumentationszentrums und der Gedenkstätte Grafeneck, der Historiker Thomas Stöckle, eröffnete die Ausstellung am Sonntag, 27. Januar, dem offiziellen Tag zum Gedenken an die NS-Opfer, den Karlsruhe seit 1997 mit einer Veranstaltung begeht, in der einer bestimmten Opfergruppe gedacht wird. Stöckle berichtete in seinem Vortrag über den perfiden Plan der Nationalsozialisten, mit den Mordtaten "unnötige Esser" los zu werden.

Begrüßt hat ihn Bürgermeister Wolfram Jäger in Vertretung des erkrankten OB Heinz Fenrich. "Erinnerung muss zur Wachsamkeit mahnen", erinnerte Jäger daran, dass rechtsradikales Gedankengut auch heute noch nicht aus der Gesellschaft verschwunden ist.




Übersicht Weiterempfehlen

Stadt Karlsruhe 2013 - Inhalt: Presse- und Informationsamt - Web: Medienbüro