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Geschichte: Schlachthof zog vor 125 Jahren an die Durlacher Allee

Heute Kultur und Kreatives statt Fleisch

(vs) Wo heute im Kreativpark Alter Schlachthof in der Oststadt Ausstellungen und Konzerte stattfinden und sich kreatives Gewerbe ansiedelt, erinnern nur noch die alten Gebäudenamen an die ursprüngliche Aufgabe, die Karlsruher Bevölkerung mit Fleisch zu versorgen.

Vor 125 Jahren, am 28. März 1887, wurde nach zweijähriger Bauzeit an der Durlacher Allee der städtische Schlachthof eingeweiht. Entstanden waren mehrere Gebäude nach Plänen des Stadtbaumeisters Wilhelm Strieder, darunter einige Schlachthallen, eine Kaldaunenwäsche, Verwaltungs- und Lagergebäude und eine Gaststätte. Außerdem wurde ein Viehhof eingerichtet, der dem Viehhandel diente.

Mit dem Neubau endete die Zeit, in der immer wieder Umzüge des Schlachthauses nötig geworden waren. Der erste Bau war 1729 am Landgraben errichtet worden, wo sich heute das Rathaus befindet. Stadterweiterungen zwangen zum Umzug erst an den heutigen Ludwigsplatz, 1819 in die heutige Leopoldstraße.

Schließlich erforderte die rasch wachsende Bevölkerung sowie die geplante Einführung eines Schlachthausbenutzungszwangs für alle Schlachtungen, um alle Tiere sicher auf Krankheiten kontrollieren zu können, Anfang der 1880er-Jahre eine Kapazitätserweiterung und damit den Umzug in die Oststadt.

Während der ersten Jahrzehnte stieg die Zahl der Schlachtungen kontinuierlich an, nur die beiden Weltkriege mit den folgenden Nachkriegsjahren brachten jeweils deutliche Einbrüche in den Schlachtzahlen. Seine umsatzreichsten Jahre erreichte der Schlachthof 1955-1963 mit jeweils rund 100.000 Schlachtungen. 1971 bis 1975 wurde der Schlacht- und Viehhof durch den Neubau der Schlachthallen wesentlich modernisiert, allerdings führten Veränderungen in der Fleischproduktion und im Fleischhandel 1990 zur Schließung des Viehhofs.

Der Schlachthof konnte durch Modernisierungen, die Umwandlung in eine städtische Eigengesellschaft 1978 - die tierärztlichen Kontrollaufgaben wurden dabei einem neu gegründeten Stadtveterinäramt übertragen - sowie die Ansiedlung verschiedener Fleischgroßhandels- und anderer Betriebe dem Strukturwandel vorerst entgegenwirken.

Wegen durch neu EU-Normen zu hoher Investitionen in die im Kern fast 120 Jahre alte Anlage wurde der Schlachtbetrieb Ende 2006 jedoch eingestellt und so der Weg für den Kreativpark frei gemacht.




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