Zur Startseite Karlsruhe: StadtZeitung   Suche
 

Übersicht Weiterempfehlen

 

Biographie Carl Peter Pflästerer gründete das Stadtplanungsamt

Er plante gigantomanisch / Nazis entfernten SPD-Mitglied nicht aus Stadtdiensten

(erg) Die Nationalsozialisten hatten vorgesehen, die "Gauhauptstadt" Karlsruhe gigantomanisch auszubauen. An Entwürfen dafür war mit Carl Peter Pflästerer ein Mann beteiligt, der 30 Jahre lang entscheidend an der Stadtplanung beteiligt war. So stammen Pläne von ihm, Ettlinger Straße und Ettlinger Tor massiv auszubauen. Er nahm damit bereits ältere Pläne auf, die neben anderen Hermann Billing gefertigt hatte. Monumentalbauten wie eine riesige "Gauhalle" und ein "Gauturm" sollten an der Zentralachse Karlsruhes entstehen. Auch für die Kaiserstraße in Ost-West-Achse entstanden mächtige Pläne.

Der 1888 in Weinheim geborene Architekt Carl Peter Pflästerer hat aber auch schon vor dem "Dritten Reich" gestalterisch in Karlsruhe gewirkt und war nach dem Zweiten Weltkrieg am Wiederaufbau beteiligt. Der Sozialdemokrat Pflästerer wurde in der Entnazifizierung als Mitläufer eingestuft und konnte danach seine Karriere als Leiter des von ihm 1936 geschaffenen Stadtplanungsamts fortsetzen. Zuvor war er beim Tiefbauamt beschäftigt, wo er als Vorläufer des Planungsamts ein "Stadterweiterungsbüro" mit einrichtete.

Als Band zwölf der Schriftenreihe "Forschungen und Quallen zur Stadtgeschichte" des Stadtarchivs Karlsruhe ist jetzt das Buch "Carl Peter Pflästerer und die Stadtplanung Karlsruhes in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts" erschienen. Es ist die Masterarbeit der Historikerin Isabelle Dupont.

Die Autorin schildert die Kontinuität im Wirken Pflästerers, aber auch Brüche in seinem Leben, die unter anderem durch die Zeitumstände bedingt waren. So war Pflästerer etwa maßgeblich an der Planung der Dammerstock-Siedlung nach Ideen des "Neuen Bauens" beteiligt. Eine Erweiterung der Siedlung konnte er aber gegen nationalsozialistische Widerstände nicht durchsetzen.

Auch verlor er die Leitung des Stadterweiterungsbüros an einen Nationalsozialisten, konnte aber, anders als andere SPD- und KPD-Mitglieder, in städtischen Diensten bleiben. Der Generalbebauungsplan für Karlsruhe, der ab 1926 entstand, war ein Pflästerer-Hauptwerk zu Beginn dessen Karriere, die bereits 1919 bei der Stadtverwaltung begonnen hatte. 1954 schied er aus.

Das Buch ist zum 75. Jubiläum des Stadtplanungsamtes im Info-Verlag erschienen und im Buchhandel zum Preis von 16,80 Euro zu bekommen.




Übersicht Weiterempfehlen

Stadt Karlsruhe 2011 - Inhalt: Presse- und Informationsamt - Web: Medienbüro