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Forsten: Konzept der nachhaltigen Waldbewirtschaftung

"Baumansprache" ganz wichtig / Einblick in die Arbeit der Karlsruher Forstleute

(voko) Die Erschütterung hat es in sich. Mit einem kräftigen Rums geht der Baum zu Boden. Mit Hilfe einer Motorsäge hatten die Forstarbeiter die etwa 100 Jahre alte Rotbuche im zu Durlach gehörenden Bergwald zuvor angesägt. Ulrich Kienzler, der Leiter der Forstabteilung im städtischen Liegenschaftsamt, Revierförster Bernd Struck und ihre Mitarbeiter gaben kurz vor Weihnachten einen Einblick in die Arbeiten der Forstleute in der Fächerstadt. Auch Erste Bürgermeisterin Margret Mergen verschaffte sich vor Ort einen Überblick über die nicht ungefährliche Tätigkeit der Forstleute, die bei Wind und Wetter im Wald arbeiten.

Rund 30.000 Kubikmeter Holz oder etwa 1.000 LKW-Ladungen werden im Karlsruher Stadtwald pro Jahr geerntet. Und zwar wird nur so viel Holz im Konzept der nachhaltigen Waldbewirtschaftung geschlagen, wie im gleichen Zeitraum in etwa nachwächst. 25 Forstarbeiter, die in der Regel zwischen Oktober und März Bäume fällen, sind dafür verantwortlich.

Im vergangenen Jahr gab es im Übrigen keinen einzigen ernsthaften Unfall "bei einer Arbeit, bei der viel Sachverstand vonnöten ist", wie Kienzler betonte. Dabei gehen die Forstarbeiter mit Steigeisen auf die Bäume und sind auch sonst mit schwerem Gerät zu Gange. Nachdem ein Baum ausgesucht und anschließend mittels Motorsäge gefällt wird, steht zunächst einmal die "Baumansprache" an. Was zunächst ein wenig esoterisch klingt, zählt zum täglichen Handwerk der Forstleute.

"Das ist eine reine Situationsanalyse. Wie sind unter anderem Kernstärke und Qualität des Baumes beschaffen? Wie ist der Kontakt zu den Nachbarbäumen? Und natürlich ganz wichtig: In welche Richtung fällt der Baum", erklärte einer der Forstarbeiter. Und ein wichtiger Merkspruch lautet: "Der Tod kommt von oben." Deshalb sind immer mehrere Arbeiter bei einer Fällaktion im Einsatz, zudem sind sie mit einem Notrufsystem ausgestattet.

Wenn ein Baum gefällt wurde, wird er nicht immer sofort abtransportiert. "Die Holzunternehmen benutzen den Wald auch als Lager. Es kann schon etwas dauern, bis ein Stamm abgeholt wird", so Kienzler. Und Eines war nicht nur Forstdezernentin Mergen bei der Stippvisite bei widrigen Bedingungen im Bergwald klar: "Unsere Forstarbeiter sind taffe Jungs, gar keine Frage."

Ein Anliegen hatte der Karlsruher Forstchef zudem. Immer wieder würden Waldbesucher Absperrungen bei Fällaktionen nicht beachten. Noch mehr Aufmerksamkeit von Spaziergängern, Joggern oder Hundebesitzern gegenüber den Maßnahmen wünsche er sich, so Kienzler.




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