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Geschichte: Maler Julius Bergmann vor 150 Jahren geboren

Professor für Landschaften und Tiere

(vs) Der gute Ruf der Karlsruher Kunstakademie als Ausbildungsstätte in der Landschafts- und Tiermalerei zog 1883 auch Julius Hugo Bergmann in die Fächerstadt. Am 28. Februar 1861 in Nordhausen in Thüringen geboren, hatte er bereits von 1879 bis 1883 am Städelschen Kunstinstitut in Frankfurt studiert und sich nebenbei anatomischen Studien gewidmet.

In Karlsruhe war er bis 1888 Schüler der Landschaftsmaler Hermann Baisch und Gustav Schönleber, mit denen er auch später freundschaftlich verbunden blieb. Studienreisen führten ihn durch große Teile Europas, sie fanden in seinem Werk ihren Niederschlag zum Beispiel in Motiven der ungarischen Puszta mit ihren Pferdeherden, Bauern und Hirten.

1897 übernahm Bergmann die Professur für Tier- und Landschaftsmalerei an der Kunstakademie in Düsseldorf. Aufsehen erregte er dort, als auf seine Anregung hin ein Freilichtatelier eingerichtet wurde, in dem neben anderen Modellen auch eine "Akademiekuh" gehalten wurde, da ihm die Arbeit in der Natur direkt bei seinen Motiven wichtig war.

Als Bergmann 1905 die Professur für Tiermalerei in Karlsruhe übernahm, gab es dort bereits ein solches Atelier, das Bergmann noch um einen Schimmel bereicherte. Zu dieser Zeit war Bergmann bereits ein vielfach ausgezeichneter Maler. Er engagierte sich in verschiedenen Künstlervereinigungen, ab 1896 im Karlsruher Künstlerbund, in der Düsseldorfer Gruppe "1899" und bei der Münchner Sezession.

Nach Aufgabe seiner Düsseldorfer Professur lebte er von 1903 bis zu seiner Ausweisung nach dem Ersten Weltkrieg durch die Franzosen zeitweise im Elsass, wo er die Landschaft des Oberrheins mit ihren charakteristischen Pflanzen wie Schilf und Pappeln sowie die Bewohner und ihr Vieh porträtierte. 1919 wurde Bergmann pensioniert, in den folgenden Jahren fand er im Donautal zwischen Beuron und Sigmaringen Ersatz für das verlorene Arbeitsgebebiet im Elsass.

Auch wenn eine neue Generation von Malern in diesen Jahren die Kunstentwicklung bestimmte, blieb Julius Bergmann in Karlsruhe weiter ein bekannter Name. 1921, 1931, 1936 und 1941 veranstaltete der Badische Kunstverein Sonderausstellungen zum seinem Werk, letztere als Gedächtnisausstellung, da Bergmann am 15. Januar 1940 in Karlsruhe gestorben war. Seit 1964 erinnert die Julius-Bergmann-Straße in Knielingen an den Künstler.




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