Zur Startseite Karlsruhe: StadtZeitung   Suche
 

Übersicht Weiterempfehlen

 

Geschichte: Friedrich Arnold wurde vor 225 Jahren geboren

(cal) "Allein auch ein sehr einfach und zum Theil geschmackvoll verziertes Gebäude, das nicht an der Aussenseite das Gepräge vom Zweck des Inbaues und Poesie hat, gleicht nur einem Menschen, der, bei einer alltäglichen Gesichtsbildung, zwar vielerlei Verzierungen an sich trägt, aber in seiner Physiognomie wenig inneren Gehalt ausdrückt." Mit diesen Worten hat Friedrich Arnold, dessen Geburtstag sich am 23. Januar zum 225. Mal jährt, seine Architekturphilosophie auf den Punkt gebracht. Der intellektuellste Schüler Friedrich Weinbrenners bekannte sich vorbehaltlos zu einem schnörkellosen Klassizismus mit dem Ziel einer höheren, idealen Monumentalität", wobei die möglichst schlichte, ökonomische Form der Funktion zu folgen hatte.

Der 1786 geborene und 1854 gestorbene Arnold, dessen Bruder Christoph ebenfalls Karriere als Architekt machte, stammte einer angesehenen Karlsruher Zimmermannsfamilie. Nach dem Besuch des Karlsgymnasiums, wo ihn Johann Peter Hebel humanistisch geprägt hatte, wurde er Schüler seines Onkels Weinbrenner. Aufgefallenen durch seine sorgfältige Zeichenkunst, machte ihn Weinbrenner schon bald zum Leiter seiner architektonischen Zeichenschule. Drei Jahre zog es Arnold anschließend nach Paris und Italien, um sich weitere Anregungen zu holen. Auch in Rom fielen seine Architekturentwürfe auf: 1810 wurde er Mitglied der italienischen Akademie der Wissenschaften. Friedrich Arnolds eigentliche Karriere als Architekt begann jedoch nach seiner Rückkehr. Eine feste Anstellung als stellvertretender Baudirektor und Professor für Baukunst führte ihn zunächst nach Freiburg. Beeinflusst von Wickelmanns Kunstgeschichte, lehrte er antike griechische und römische Architektur, beschäftigte sich auch mit der Kultivierung von Schwarzwaldhöfen und idealen Formen für Dorfkirchen.

Nachdem eine Versetzung in das "romantische" Heidelberg nicht geklappt hatte, ging er 1815 zurück nach Karlsruhe, wo er es schließlich zum angesehenen Militärbaudirektor brachte. Neben militärischen Bauten aber auch Wohnhäusern prägte er das Stadtbild mit dem 1823 vollendeten Bau des Ständehauses. Fast gleichzeitig entstand in nur einem halben Jahr Bauzeit zwischen 1820 und 21 am Linkenheimer Tor die Kadettenanstalt, die heutige Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder.     




Übersicht Weiterempfehlen

Stadt Karlsruhe 2011 - Inhalt: Presse- und Informationsamt - Web: Medienbüro