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Geschichte: Architekt Alker vor 125 Jahren geboren

Gestaltete Karlsruhe im 20. Jahrhundert

(erg) Hermann Reinhard Alker hat mit seiner Architektur im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts prägend an der Gestaltung Karlsruhe Anteil genommen. Von Alker stammt unter anderem die Dornwaldsiedlung an der Autobahn bei Durlach, die zwischen 1923 und 1927 entstand, oder der Tribünenbau für das Hochschulstadion in der Universität Karlsruhe aus den Jahren 1924 bis 1934.

Die evangelische Matthäuskirche in der Südweststadt ist ebenso ein Werk von Alker, errichtet in den Jahren 1926 und 1927. In dieser Zeit entstanden auch weitere Wohn- und Geschäftshäuser mit der Handschrift von Alker, etwa Wohnblocks in der Bahnhofstraße und in der Ebertstraße sowie ein 1980 abgerissenes, pagodenartiges Fabrikgebäude am Rheinhafen.

Hermann Reinhard Alker wurde vor 125 Jahren, am 12. März 1885, in Lamprecht in der Pfalz geboren. Von 1901 bis 1904 besuchte er die Kreisbaugewerkeschule in Kaiserslautern, bevor er an der Technischen Hochschule in Karlsruhe sein Architekturstudium aufnahm und 1913 abschloss. und 1913 abschloss. Daran schloss sich ein Baupraktikum in der Staatlichen Hochbauverwaltung an.

Schon ab 1911 war Hermann Reinhard Alker Assistent bei Friedrich Ostendorf, den er 1914 und 1915 auf seinem Lehrstuhl an der TH Karlsruhe vertrat. 1918, nach dem Ersten Weltkrieg, nahm er erneut eine Assistentenstelle an der TH an, diesmal bei Karl Caesar. 1919 legte er seine Staatsprüfung ab und wurde Regierungsbaumeister.

Bevor er 1924 zum außerordentlichen Professor an der TH Karlsruhe berufen wurde, hatte Hermann Reinhard Alker seit 1920 einen Lehrauftrag an der Hochschule inne und legte in einem Jahr, 1921, sowohl seine Promotion als auch seine Habilitation ab.

Von 1937 bis 1938 war Alker Stadtbaurat für besondere Aufgaben in München. Diesen Posten musste er zwar nach Differenzen mit Hitler wieder aufgeben, dennoch erhielt er 1939 einen Ruf als Ordentlicher Architekturprofessor und Nachfolger von Hermann Billing an die Architekturfakultät der Technischen Hochschule Karlsruhe.

In dieser Zeit entstand unter anderem einen Wettbewerbsentwurf für die "Gauhauptstadt Straßburg" an seinem Zeichenbrett. Wegen seiner Nähe zum Nazi-Regime entließ ihn 1945 die Militärregierung, 1950, mit 65 Jahren folgte seine endgültige Emeritierung. Alker starb 1967 im Alter von 72 Jahren in Karlsruhe.




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