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Holzernte: Forstverwaltung sperrt Wege für Spaziergänger

(nil) Der lange Winter in diesem Jahr hatte auch seine guten Seiten. Denn die kalte Jahreszeit ist die Hauptsaison für die Holzernte im Wald. "Forstwirte, Forstunternehmer und Förster haben alle Hände voll zu tun", berichtet Forstdirektor Ulrich Kienzler, Leiter der Forstabteilung im Liegenschaftsamt.

"Der Frost hat dafür gesorgt, dass Wege und Rückelinien für das Holz zumindest teilweise gefroren waren, so dass die Beschädigungen durch die Holzernte minimiert werden konnten", freute sich Kienzler über die niedrigen Temperaturen der vergangenen Wochen.

Spaziergänger in den Wäldern in und um Karlsruhe müssen sich darauf einstellen, dass auch in den nächsten Tagen und Wochen einzelne Wege aufgrund der Holzernte aus Sicherheitsgründen gesperrt sind. "Der Wald um Karlsruhe ist so vielgestaltig, dass jeder Spaziergänger und Sportler sicher eine andere schöne Strecke für seinen Spaziergang oder seine sportliche Betätigung findet", wirbt Kienzler um Verständnis.

Dennoch: Wenn beliebte Waldwege kurzzeitig gesperrt, große Maschinen im Einsatz sind und Bäume gefällt werden, gibt es auch Kritik. "Von einem Kahlschlag des Waldes sind wir aber meilenweit entfernt. Es wird immer nur so viel Holz geerntet, wie im gleichen Zeitraum nachwächst. Denn wir arbeiten nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit", betont der Forstdirektor.

Da in mittleren und hören Lagen aufgrund des Schnees bislang kaum Holz geerntet und abtransportiert werden konnte, besaß die Rheinebene aufgrund ihres milderen Klimas einen strategischen Vorteil. Geerntetes Holz sowie das noch im Wald lagernde Industrieholz für die Herstellung von Zellstoff und Spanplatten konnte zügig abgeholt werden.

Derzeit werden vor allem Laubbäume und Kiefern im Hardtwald eingeschlagen. Das Holz aus dem Staats- und Stadtwald wird an heimische Sägewerke, über Holzhändler aber auch nach Frankreich, Italien oder gar nach Asien verkauft. Sehr alte Bäume, die so genannten Habitatbäume, die anderen Organismen als Lebensraum dienen, und seltene Baumarten fallen jedoch nicht der Säge zum Opfer, damit sich der Wald wieder erholen kann und dem Artenschutz Rechnung getragen wird.

"Die Waldarbeit durch Forstwirte, die Pflege junger Waldbestände und die Ernte des nachwachsenden Rohstoffes Holz sorgen gerade in den stadtnahen Wäldern dafür, dass diese Ökosysteme auch für künftige Generationen erhalten bleiben", rechtfertigt Kienzler den Eingriff in die Natur und hofft, dass der Frühling noch ein paar Wochen auf sich warten lässt.




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