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Geschichte: Neue Biografien in Juden-Gedenkbuch

Weitere Namen von Nazi-Opfern dem Vergessen entrissen

(erg) Mittlerweile ist bekannt, dass 1.039 Karlsruherinnen und Karlsruher jüdischen Bekenntnisses von den Nationalsozialisten ermordet worden sind. Betreut vom Stadtarchiv, bemühen sich Hobbyhistoriker und an der Geschichte der Juden interessierte Bürgerinnen und Bürger darum, die Biografien der im Holocaust umgekommenen Jüdinnen und Juden zu erforschen.

So entsteht über die Jahre ein Gedenkbuch für diese Naziopfer aus Karlsruhe. Im vergangenen Jahr sind wieder 23 Einzel- und Familienbiografien entstanden. So ist das Schicksal von 46 weiteren Ermordeten geklärt und für die Nachwelt festgehalten. Die Nazis wollten diese Menschen dem Vergessen preisgeben.

Dieser Plan kann als gescheitert angesehen werden. Auch wegen der Erinnerungsarbeit für das Karlsruher Gedenkbuch. Dass die Zahl der bekannten Opfer steigt, ist auch der Recherchearbeit der Autorinnen und Autoren zu verdanken, die während ihrer Untersuchungen bisher nicht gefundene Namen entdecken.

So war etwa bis zu den Forschungen von Christoph Kalisch nicht bekannt, dass Karlsruher Jüdinnen und Juden mit polnischen Wurzeln dort hin abgeschoben und später in Vernichtungslagern umgebracht worden waren. Kalisch arbeitet seit Jahren an dem Gedenkbuch mit.

Dies gilt unter anderem auch für die Geschichts-AG des Humboldt-Gymnasiums. Die Schülerinnen und Schüler aus den neunten Klassen haben im vorigen Jahr die Biografie von Carl Rosenfeld erforscht, der einst an ihrer Schule das Abitur abgelegt hatte. Der Eisenhändler war 1940 nach Gurs deportiert und 1942 in Auschwitz ermordet worden. Das Lessinggymnasium hat sechs Biografien beigesteuert.
Das Gedenkbuch, so sagten Kulturamtsleiterin Dr. Susanne Asche und Jürgen Schuhladen-Krämer vom Stadtarchiv bei der Einlage der Biografien, wächst auch in diesem Jahr weiter.

Es kann an Computerstationen im Stadtmuseum, im Stadtarchiv und im Ständehaus sowie im Internet unter http://my.informedia.de/gedenkbuch eingesehen werden. Als Buch in vier Bänden liegt es im Stadtmuseum aus.




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